Lisa Kötters Frauenbild Nr. 1 zeigt Maria mit zugeklebtem Mund
"Wir brauchen Visionen für eine postklerikale Kirche"

Katholisches LSBT+Komitee übt Schulterschluss mit Maria 2.0

Weitere Unterstützung für die katholische Reforminitiative "Maria 2.0": Das "Katholische LSBT+Komitee" spricht ihr Solidarität aus und will künftig gemeinsam mit der Frauenbewegung "an einer zukunftsfähigen und hierarchiearmen Kirche" bauen.

Nürnberg - 09.02.2021

Das "Katholische LSBT+Komitee" solidarisiert sich mit der Reforminitiative "Maria 2.0". "Eine Kirche, in der nicht Geschlecht oder sexuelle Orientierung, sondern die Berufung eines Menschen über den Zugang zu Ämtern entscheidet, ist auch uns ein Herzensanliegen", heißt es in einem am Montag veröffentlichten Offenen Brief. Daher begrüße man es, dass "Maria 2.0" das Thema Frauenordination neu belebe und wolle sich ausdrücklich mit diesem Anliegen solidarisieren. Unterstützen möchte das Komitee zudem die Forderung nach einer kirchlichen Sexualmoral, die sich an der Lebenswirklichkeit der Menschen orientiere, sowie nach Segensfeiern für gleichgeschlechtliche Paare als "zentrales Anliegen".

"Dass die Aktivistinnen/Engagierten von Maria 2.0 ihrer Kirche nicht den Rücken kehren, sondern sich aktiv für eine geschlechtergerechte Kirche einsetzen, macht Mut", sagte Komitee-Sprecher Michael Brinkschröder aus Anlass der Veröffentlichung des Briefes. "Wir brauchen Visionen für eine postklerikale Kirche." Man freue sich darauf, Synergien zu nutzen und gemeinsam die Kirche zu erneuern, ergänzte Sprecherin Veronika Gräwe. "Die aktuellen Gerüchte, die engagierten Katholikinnen von Maria 2.0 sollen Gegenstand einer Untersuchung durch die römische Glaubenskongregation werden, zeigen, wie bitter nötig Erneuerung in unserer Kirche ist."

"Erfahrung, von Klerikern nicht gehört zu werden"

"Als LSBT-Katholik*innen teilen wir mit vielen katholischen Frauen die Erfahrung, von Klerikern nicht gehört zu werden", heißt es in dem Brief weiter. Man teile zudem die "Erfahrung der Ohnmacht, wo der Kampf gegen Diskriminierung in der Kirche über Generationen geführt wird und oft fruchtlos erscheint". Zugleich sei man jedoch in der Kirche verwurzelt und hege die Hoffnung auf Veränderungen. Das Komitee danke "Maria 2.0" für deren "unermüdlichen Einsatz" und wolle gemeinsam mit der Reforminitiative "an einer zukunftsfähigen und hierarchiearmen Kirche" bauen, heißt es.

Das "Katholische LSBT+Komitee" ist nach eigenen Angaben ein kirchenpolitisches Arbeitsbündnis verschiedener Gruppierungen, die sich für die Gleichberechtigung von LSBT+-Menschen in der katholischen Kirche einsetzen. "LSBT" (auch "LGBT") steht für Lesben, Schwule, Bisexuelle und Trans-Menschen. Zu den Mitgliedsgruppen des Komitees zählen die "Ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche" (HuK), das "Netzwerk katholischer Lesben" (NkaL), die "AG Schwule Theologie", die "Katholischen Schwulen Priestergruppen Deutschlands" (KSPD), die "KjGay" der Katholische jungen Gemeinde (KjG), die "Lesbischwulen Gottesdienstgemeinschaften" (LSGG) sowie die Initiative "Homo Cusanus". (tmg)