Premierminister hatte katholisch geheiratet

Nach Johnson-Hochzeit: Lordkanzler soll nun Bischöfe mitteilen

Aktualisiert am 12.06.2021  –  Lesedauer: 

London ‐ Nach seiner katholischen Trauung könnte Boris Johnson eines seiner Rechte als britischer Premierminister verlieren: In Zukunft wird er "wahrscheinlich" nicht mehr die Namen neuer anglikanischer Bischöfe an die Königin weiterleiten.

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Wegen der katholischen Eheschließung von Premierminister Boris Johnson im Mai wird "wahrscheinlich" künftig der Lordkanzler die Namen neuer Bischöfe der anglikanischen Staatskirche an Königin Elizabeth II. mitteilen. Das berichtet die anglikanische Wochenzeitung "The Church Times" (Freitag).

Der Roman Catholic Relief Act, ein Gesetz, das 1829 Katholiken ermöglichte, als Abgeordnete zu kandidieren, besagt demnach: "Es ist nicht erlaubt, dass eine Person, die sich direkt oder indirekt zur römisch-katholischen Religion bekennt, Ihre Majestät ... bei der Ernennung oder Absetzung eines Amtes ... in der Church of England oder in der Church of Scotland berät." Ein solches "schweres Vergehen" würde mit dem Verlust ziviler oder militärischer Ämter auf Lebenszeit belegt.

Gesetz von 1829 werde weiter geprüft

2007 führte der damalige Premier Gordon Brown mehrere Verfassungsreformen durch. Damals verlor der Premierminister auch das Recht, Diözesanbischöfe auszuwählen. Seither übergibt eine Nominierungskommission einen Namen an Downing Street; der Premierminister leitet diese Empfehlung an die Königin weiter.

Der derzeitige Lordkanzler Robert Buckland ist praktizierender Anglikaner. Die Übertragung der Teilnahme des Premierministers am Ernennungsverfahren wurde laut Bericht nicht offiziell mitgeteilt. Das Gesetz von 1829 werde wohl noch weiter geprüft. (KNA)