Geld wird durch Caritas verteilt

Bistum Aachen kündigt Millionenbetrag für Flutopfer an

Aktualisiert am 23.07.2021  –  Lesedauer: 

Aachen ‐ Viele Menschen in den Hochwassergebieten haben alles verloren, zudem brauchen sie seelsorgerische Unterstützung. Das Bistum Aachen will nun einen zweistelligen Millionenbetrag verteilen. Auch andere Diözesen unterstützen.

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Das Bistum Aachen will die von der Flutkatastrophe betroffenen Menschen mit einem zweistelligen Millionenbetrag unterstützen. Geplant sei ein weiterer Nothilfefonds neben dem Spendenfonds für Kinder und Familien, den die Diözese bereits vor einer Woche eingerichtet hatte, sagte Generalvikar Andreas Frick am Freitag in Aachen. In den vergangenen Tagen hatten bereits mehrere deutsche Bistümer teils bis zu sechsstellige Beträge für die Flutopfer bereitgestellt.

"Die Caritas beginnt in der kommenden Woche mit der Auszahlung von Hilfen, die in den Kirchengemeinden, katholischen Einrichtungen und regionalen Caritas-Anlaufstellen über Formulare beantragt werden können", kündigte Frick an. Derzeit werde überwiegend von Sachspenden abgeraten. Gebraucht würden jedoch Kühlschränke, Trocknungsgeräte, Waschmaschinen und Herde.

"Es wird noch Wochen und Monate dauern, bis die größten Schäden beseitigt sind", so der Generalvikar. "Von den seelischen Belastungen ganz zu schweigen." Wegen der Corona-Pandemie hätten bereits vor der Hochwasserkatastrophe viele Unternehmer, Händler und Gastronomen vor dem Aus gestanden. "Nunmehr ist alles vernichtet." Die Kirche sollte die schwierigen Phasen des Neuanfangs durch Angebote und Nähe begleiten.

Trauer, Verzweiflung, Wut

Frick, der laut Bistum Aachen jeden Tag in der Krisenregion unterwegs ist, berichtete vom Einsatz der Helfenden sowie der Trauer, Verzweiflung und Wut der Betroffenen. "Da sein, zuhören, trösten, das spendet derzeit ein bisschen Kraft." Für die seelsorgerliche Unterstützung vor Ort stehe er im Kontakt mit den Regionalvikaren. Notfallseelsorger seien überall im Einsatz, die kirchlichen Beratungszentren in Aachen und Mönchengladbach stünden zur Verfügung.

Hochwasser: Helfen Sie mit Ihrer Spende!

Das Hilfswerk Caritas International hat unter dem Stichwort "Fluthilfe Deutschland CY00897" ein zentrales, bundesweites Spendenkonto eingerichtet. Mit den Spenden wird direkte Hilfe vor Ort in den am schwersten von Hochwasser betroffenen Gebieten geleistet.

Er tausche sich mit Regionalpolitikern aus, etwa was das katholische Sankt Antonius-Hospital in Eschweiler angehe, erklärte Frick. Die Klinik sei mit voller Wucht von der Flut getroffen worden. "Dass die Patientinnen und Patienten in dieser dramatischen Situation sicher evakuiert werden konnten, ist dem Krankenhaus-Team und allen Rettungskräften zu verdanken", so der Generalvikar. Gemeinsam mit Bund und Land müsse nun dringend eine Lösung für das Hospital gefunden werden.

Von den Fluten mitgerissen

Besonders getroffen habe ihn das Schicksal einer Abiturientin, "die vor den Ferien noch mit Freunden, Eltern und Mitschülern einen neuen Lebensabschnitt gefeiert hat" und nun "von den Fluten mitgerissen wurde". Auf dieses Leid habe er auch als Priester keine Antwort. Sein Mitgefühl gelte den Eltern, der Familie und den Freunden sowie allen Betroffenen der Katastrophe.

Als Zeichen der Verbundenheit mit den Opfern der Flutkatastrophe in Deutschland sollen am Freitag um 18.00 Uhr in mehreren evangelischen Landeskirchen und katholischen Bistümern die Glocken der Gotteshäuser läuten und Andachten gefeiert werden. An der von der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR) initiierten Aktion beteiligen sich unter anderem die (Erz-)Diözesen Aachen, Erfurt, Köln, Limburg, Mainz, Münster, Osnabrück, Speyer und Trier. Am Mittwoch hatte zunächst der Präses der EKiR, Thorsten Latzel, die Gemeinden seiner Landeskirche zur Teilnahme aufgerufen. Im Anschluss daran kündigten weitere Landeskirchen sowie Bistümer an, sich anzuschließen. (cph/KNA)