Kurz zuvor verschwand Franziskus für ein Handygespräch

Generalaudienz: Papst scherzt mit Jesus-Darsteller aus "The Chosen"

Aktualisiert am 12.08.2021  –  Lesedauer: 

Vatikanstadt ‐ So etwas kommt in der Generalaudienz nicht alle Tage vor: Erst nahm Papst Franziskus vor aller Augen ein Handygespräch entgegen, dann traf er den Jesus-Darsteller aus "The Chosen". Sinn für Humor bewies der Pontifex gegenüber dem Regisseur der Serie.

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Prominenter Besuch im Vatikan: Der US-amerikanische Schauspieler Jonathan Roumie, Jesus-Darsteller in der Fernsehserie "The Chosen" (Der Auserwählte), ist am Mittwoch im Anschluss an die Generalaudienz mit Papst Franziskus zusammengetroffen. "Ich habe die Ehre, die Rolle des Jesus zu spielen", stellte er sich dem Kirchenoberhaupt vor, wie in einem Video des Nachrichtenportals "Rome Report" zu sehen ist. Der New Yorker hatte sich auf einem Zettel einige Sätze in Franziskus' Muttersprache vorbereitet. Er spreche zwar nicht gut Spanisch, aber er bete täglich für ihn, versicherte der gläubige Katholik.

Mit Bezug auf seine Jesus-Rolle entgegnete Papst Franziskus dem Schauspieler: "Mögen Sie ihn nachahmen, mögen Sie ihn finden und möge er Sie glücklich machen!" Sinn für Humor bewies der Papst, als sich anschließend der Regisseur der Serie, der evangelikale Christ Dallas Jenkins, vorstellte: Wenn der eine Jesus sei, müsse er wohl Judas sein, so der Papst. Jenkins wiegelte lachend ab – er sei zwar Protestant, produziere seine Serie aber "für jeden, der Jesus liebt".

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Bereits zuvor konnten die Teilnehmer der Generalaudienz eine ungewöhnliche Szene beobachten: Kurz nachdem Papst Franziskus den Apostolischen Segen gespendet hatte, reichte ihm einer seiner Assistenten ein Handy. Der Pontifex nahm es entgegen und telefonierte etwa zwei Minuten vor der Menschenmenge, bevor er kurz in einen Nebenraum verschwand. Den wartenden Gläubigen gab er dazu ein Handzeichen, dass er gleich zurückkomme – bekanntlich zählt der Kontakt zu den Menschen für Franziskus zu den wichtigsten Teilen der wöchentlichen Audienz, die erst seit Kurzem wieder in Präsenz stattfinden kann.

"Der Himmel kann vielleicht warten, aber nicht dieser Anruf", titelten einige englischsprachige Medien in Anspielung an den Film-Klassiker der 1940er-Jahre "Heaven can wait". Wer dem Papst so wichtig war, dass er das Telefonat vor den wartenden Gläubigen annahm, sowie der Inhalt des Gesprächs sind bisher nicht bekannt.

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"The Chosen" ist die erste Fernsehserie, die in mehreren Staffeln vom Leben Jesu handelt. Dazu ist sie das bisher teuerste spendenfinanzierte Filmprojekt. Die einzelnen Folgen können über eine eigene App kostenlos gestreamt werden. Die ersten beiden Staffeln sollen demnächst auch in deutscher Synchronisation erscheinen; die dritte von bis zu acht geplanten Staffeln wird gerade gedreht. Kritiker bemängelten den evangelikalen Hintergrund der Serie und teils antijüdische Stereotype, die manche Szenen bedienen würden. (mfi)