Papst bestätigt bei drei Personen ersten Schritt zur Seligsprechung

Mutter verzichtet für Kind auf Chemotherapie: Heroischer Tugendgrad

Aktualisiert am 31.08.2021  –  Lesedauer: 

Vatikanstadt ‐ Maria Cristina Cella Mocellin war schwanger, dann kam der Krebs. Für ihr Kind verzichtete sie auf eine Chemotherapie und starb. Ihr und zwei weiteren Persönlichkeiten wurde nun der heroische Tugendgrad verliehen – ein Schritt zur Seligsprechung.

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Papst Franziskus hat drei italienischen Persönlichkeiten den heroischen Tugendgrad zugesprochen, den ersten Schritt in einem Seligsprechungsverfahren. Es handelt sich um Placido Cortese, Maria Cristina Cella Mocellin und Enrica Beltrame Quattrocchi, teilte der Vatikan am Montag mit.

Maria Cristina Cella Mocellin (1969-1995) wollte eigentlich eine Don-Bosco-Schwester werden, entschied sich aber anders, als sie ihren späteren Mann Carlo kennenlernte. Schon zu dieser Zeit litt sie an einer Krebserkrankung, schloss aber dennoch die Schule ab und heiratete. Nach Behandlungen und Therapien schien der Krebs besiegt. Das Paar bekam zwei Kinder. Als Mocellin wieder schwanger war, kam der Krebs zurück. Um ihrem ungeborenen Kind nicht zu schaden, verzichtete sie auf eine Chemotherapie. Sie starb im Alter von 26 Jahren.

Fürsorge für Menschen in Not

Das Leben von Enrica Beltrame Quattrocchi (1914-2012) war von gesundheitlichen und finanziellen Schwierigkeiten geprägt, dennoch kümmerte sie sich gemeinsam mit Ordensfrauen um Menschen in Problembezirken Roms, später in ihrem Leben um Paare in Ehekrisen. Papst Johannes Paul II. sprach 2001 bereits ihre Eltern selig.

Ebenfalls den heroischen Tugendgrad zugesprochen bekam der Priester und Widerstandskämpfer Placido Cortese (1907-1944). Er kümmerte sich in der Nähe von Padua um KZ-Insassen und verschaffte Juden und Kriegsgefangenen falsche Papiere, um auszureisen. Er wurde von der Gestapo zu Tode gefoltert.

Die Anerkennung des heroischen Tugendgrades steht für einen besonders gottesnahen Lebenswandel, der durch dieses Prädikat gewürdigt wird. Für eine Seligsprechung ist nun notwendig, dass auf Fürsprache einer Person ein Wunder geschehen ist, für eine Heiligsprechung muss ein weiteres anerkannt werden. Nur bei Märtyrern wird vor der Seligsprechung in der Regel auf ein Wunder verzichtet. Die Prüfung des Vatikans vor der Anerkennung dieser Wunder gilt als sehr aufwendig und streng. (cph)