Jugendliche halten Kerzen in ihren Händen.
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Erstes Informationstreffen für Betroffene

Katholische Pfadfinder wollen sexuellen Missbrauch aufarbeiten

Die Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs erreicht auch die katholischen Pfadfinder. Ein erstes Treffen hat es bereits mit Betroffenen gegeben, bald soll ein weiteres folgen. Dabei sollen sie auch Rückmeldungen zum Procedere geben.

Neuss - 08.09.2021

Der Bundesverband der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG) will sexuellen und spirituellen Missbrauch in den eigenen Reihen aufarbeiten. Bei einem ersten Info-Treff am Samstag konnten sich Betroffene über das Vorhaben informieren und Rückmeldungen zu ihrer geplanten Beteiligung geben, wie die DPSG am Mittwoch in Neuss mitteilte. Ein weiteres digitales Treffen sei für den 21. Oktober vereinbart worden.

Im vergangenen Jahr hatte die DPSG-Bundesversammlung beschlossen, einen Aufarbeitungsprozess zum Thema Machtmissbrauch mit dem Fokus auf sexualisierter Gewalt und spirituellem Missbrauch zu starten. Dazu sollen unter anderem ein externes Expertenteam beauftragt und Betroffene angehört werden.

Kultur und Strukturen

Bei der Aufarbeitung geht es dem Verband nach eigenen Angaben um die Frage, in welcher Kultur Machtmissbrauch stattgefunden hat und welche Strukturen dazu beigetragen haben. Auch solle geklärt werden, ob es eine Haltung gab, die Gewalt begünstigt und Kinder und Jugendliche abgewertet hat. Zudem wollen die Pfadfinder wissen, ob Missbrauch vertuscht wurde und wenn ja aus welchen Gründen.

Der DPSG gehören nach eigenen Angaben bundesweit rund 95.000 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene an. Der größte katholische Pfadfinderverband in Deutschland will den jungen Menschen bei gemeinsamen Abenteuern Selbstständigkeit und die Grundsätze des christlichen Glaubens vermitteln. (KNA)