Nach Streit mit Pfarrei: Priester der Petrusbruderschaft wird versetzt
Entscheidung in Abstimmung mit Bistum Münster

Nach Streit mit Pfarrei: Priester der Petrusbruderschaft wird versetzt

Wegen seiner Kritik an Corona-Impfungen ist es zwischen einem Pater der Petrusbruderschaft und einer Gemeinde in Recklinghausen zu Spannungen gekommen: Nach Beschwerden an das Bistum Münster zog die Bruderschaft nun die Reißleine.

Recklinghausen/Opfenbach - 15.09.2021

Nach Kritik an Corona-Impfungen ist ein Priester der Petrusbruderschaft nicht mehr in einer katholischen Pfarrei in Recklinghausen tätig. Zwischen der Gemeinde Sankt Michael und dem Pater sei es zu Spannungen gekommen, bestätigte die Priesterbruderschaft St. Petrus der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) am Dienstag in Opfenbach. In Abstimmung mit dem Bistum Münster habe die Bruderschaft entschieden, die Zuständigkeit in Recklinghausen neu zu ordnen, "um die Situation zu befrieden und um das dortige Seelsorgeangebot der Bruderschaft auch in Zukunft uneingeschränkt aufrechterhalten zu können". Über einen weiteren Einsatz des Geistlichen sei noch nicht entschieden.

Die Priesterbruderschaft nutzt nach einer Vereinbarung mit dem Bistum Münster die zur Propsteipfarrei Sankt Peter gehörende Kirche Sankt Michael gastweise regelmäßig für Gottesdienste, wie Pfarrverwalter Bernd Egger auf Anfrage erläuterte. Anlass der Spannungen waren laut Petrusbruderschaft Äußerungen des Priesters, die er wiederholt im Rahmen der Verkündigung getätigt habe.

Generalvikar kontaktierte Bruderschaft

Online ist ein Rundbrief des Mannes zu finden, der laut Egger in Sankt Michael auslag. Darin fordert der Pater die Gläubigen auf, als Christen "dem Zeitgeist" kritisch gegenüberzustehen. "Wie wird man später einmal diese ganze Coronapanik beurteilen?", fragt der Geistliche und spricht von einem "freiwilligen Impfzwang". Er wendet sich zudem gegen einen angeblichen "Genderismus" sowie "diese ganze Unzuchtpropaganda". Beschwerden über den Geistlichen sind beim Bistum Münster eingegangen, wie dieses auf Anfrage bestätigte. Generalvikar Klaus Winterkamp habe sich daraufhin in einem Schreiben an die Bruderschaft gewandt.

Die Priesterbruderschaft St. Petrus (FSSP) ist eine Strömung von Traditionalisten innerhalb der katholischen Kirche. Sie stehen Reformen des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965) kritisch gegenüber, wollen aber mit dem Papst verbunden bleiben. Eines ihrer Kernanliegen ist die Feier der Messe im Ritus von 1962. Durch sein Motu Proprio "Traditionis custodes" hatte Papst Franziskus die Feier der "Alten Messe" weitgehend eingeschränkt. Die Petrusbruderschaft reagierte darauf mit Verwunderung und Bedauern. (tmg/KNA)