Nebel in Eichstätt
Bauanträge nur noch in Ausnahmefällen genehmigen

Eichstätter Bistumsleitung beschließt Baustopp bis 2024

Die finanzielle Situation verschärfe sich zunehmend: Deshalb hat das Bistum Eichstätt nun einen Baustopp beschlossen, um handlungsfähig zu bleiben. Bis Ende 2024 werden Bauanträge nur noch in Ausnahmefällen genehmigt.

Eichstätt - 28.09.2021

Das Bistum Eichstätt zieht die Kostenbremse: Ab sofort werden Bauanträge nur noch in Ausnahmefällen genehmigt, wie die Bistumsleitung am Dienstag mitteilte. Der Baustopp gilt bis Ende 2024 und dient der Sicherung des Haushalts. Der für das laufende Jahr geltende Haushaltsplan werde überarbeitet. 2021 seien nur noch Ausgaben für zwingend nötige Vorhaben möglich oder für solche zur Konsolidierung und Neuausrichtung der Diözese, erläuterte Amtschef Thomas Schäfers. Die Finanzierung der Pfarreien sei von den Sparmaßnahmen nicht betroffen. 2020 hatte das Bistum mit einem Minus von 3,8 Millionen Euro abgeschlossen. 2021 wird laut bisherigem Wirtschaftsplan ein negatives Ergebnis von 18,7 Millionen Euro erwartet.

Während des Baustopps würden flächendeckend Pastoral- und Immobilienkonzepte für alle Pastoralräume erarbeitet, hieß es. Dabei werde auch die Ausgestaltung und Verfasstheit dieser Räume überprüft. "Es ist leider absehbar, dass wir unsere Gemeinden und Einrichtungen mit einer zu groß gewordenen Infrastruktur überfordern", sagte Generalvikar Michael Huber. "Anpassungen sind sicher schmerzhaft, aber notwendig."

Handlungsfähigkeit des Bistums nachhaltig erhalten

Ziel der Maßnahmen ist den Verantwortlichen zufolge, dass die Handlungsfähigkeit des Bistums nachhaltig erhalten werden kann. Die finanzielle Situation verschärfe sich durch notwendige Rückstellungen für Pensionen und Beihilfen, Pandemie-bedingte Einschränkungen und die weiter rückläufige Zahl an Kirchenmitgliedern. Ein im Frühjahr gestarteter Strategieprozess soll neue Perspektiven für das Bistum eröffnen.

Mehrere deutsche Bistümer hatten zuletzt Sparmaßnahmen im Bausektor angekündigt. Das Erzbistum Bamberg will in den kommenden vier Jahren insgesamt 20 Millionen Euro einsparen, wobei der Schwerpunkt auf dem Bau-Etat liegt. Auch im Bistum Würzburg wurden im Zuge einer Haushaltssperre Investitionen in Baumaßnahmen auf das Nötigste reduziert. (tmg/KNA)