Eine Mappe mit dem Logo des Synodalen Wegs
Konservatives Mediennetzwerk stellt sich hinter Bischof Voderholzer

Initiative "Pontifex": Synodaler Weg hat jede Glaubwürdigkeit verloren

Der Synodale Weg entpuppe sich immer mehr als rein kirchenpolitisch motivierte Veranstaltung, kritisiert "Pontifex". Das Netzwerk stellt sich hinter Bischof Rudolf Voderholzer, der eine Instrumentalisierung des Missbrauchs unterstellt hatte.

Nideggen - 13.10.2021

Das konservative Mediennetzwerk "Pontifex" kritisiert, der Synodale Weg habe "endgültig jede Glaubwürdigkeit" verloren. Die zurückliegende Synodalversammlung habe gezeigt, "dass dort kein gemeinsames Lernen von Gott und den Menschen geschieht", schreibt die Gruppe am Mittwoch in einer Mitteilung auf ihrer Webseite. Vielmehr entpuppe sich der Prozess "immer mehr als rein kirchenpolitisch motivierte und orientierte Veranstaltung".

In Zeiten existenzieller Nöte erscheinen dem Netzwerk die Diskussionen des Synodalen Wegs weder zielführend noch konstruktiv. "Wir könnten den vielbeworbenen Bestrebungen um Authentizität und Menschennähe mehr Glauben schenken, würden sich die Synodalen genauso engagiert und mit ebenso hohem finanziellen, personellen und zeitlichen Aufwand für die Notleidenden unserer Tage einsetzen, wie für ihre kirchenpolitischen Ziele", heißt es. Es erhärte sich der Verdacht, dass auf dem Rücken der Betroffenen sexuellen Missbrauchs in der Kirche politische Machtfragen ausgehandelt würden.

Unterstützung für Voderholzer

Die Aktivisten stellen sich hinter Aussagen des Regensburger Bischofs Rudolf Voderholzer, der dem Synodalen Weg eine Instrumentalisierung des Missbrauchs vorgeworfen hatte. In der Synodalversammlung hatte er unter anderem gesagt, dass er "eine Emotionalisierung und das unfehlbare Lehramt der Betroffenen" ablehne. Dem entgegnete der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck: "Man kann durchaus von einem Lehramt der Betroffenen sprechen und das ist das einzige wirklich unfehlbare. Und dafür bin ich sehr dankbar." Das Netzwerkt zieht aus dieser Diskussion den Schluss, dass anstatt von Betroffenen zu lernen ihr Leid für eine "ideologische Umänderung der göttlichen Lehre" verwendet werde. "So ist nicht etwa die kirchliche Sexuallehre schuld an den Missbrauchsfällen, sondern im Gegenteil ihre konsequente Missachtung durch die Täter." Jedes Individuum müsse sich ändern, "nicht die göttliche Lehre".

Laut Selbstbeschreibung versteht sich das Netzwerk "Pontifex" als "Sprachrohr all jener jungen Katholiken, die eine positive, unterstützende Haltung gegenüber dem Papst und der Kirche haben. Auf der Suche nach dem Guten, Schönen und Großen verweigern sie sich nicht der bewährten Autorität des Papstes und dem überlieferten Glauben der katholischen Kirche, sondern sehen gerade dort ihre erste Quelle für aktuelle Antworten auf Sinnfragen." Die Organisation ist aus der "Generation Benedikt" hervorgegangen, die sich nach dem Papstbesuch beim Weltjugendtag 2005 in Köln gebildet hatte. (cph)