Papst Franziskus hält seinen Bischofstab.
Auch Hilfswerke und Verbände äußerten sich zum Thema

Papst verurteilt Gewalt an Frauen: "Wir dürfen nicht wegschauen"

"Die verschiedenen Formen der Misshandlung, die viele Frauen erleiden, sind eine Gemeinheit und ein Verfall des Menschseins und der Menschheit": Papst Franziskus äußert sich zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen.

Vatikanstadt - 25.11.2021

Papst Franziskus hat zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen deutliche Worte gefunden. "Die verschiedenen Formen der Misshandlung, die viele Frauen erleiden, sind eine Gemeinheit und ein Verfall des Menschseins und der Menschheit. Wir dürfen nicht wegschauen", teilte das Kirchenoberhaupt am Donnerstag über seinen offiziellen Twitteraccount mit. Zugleich appellierte der 84-Jährige an die gesamte Gesellschaft, Frauen, die Opfer von Gewalt würden, besser zu schützen.

Franziskus spricht sich immer wieder gegen Gewalt und eine Ungleichbehandlung von Frauen weltweit aus. Vielerorts würden Frauen weiterhin unterdrückt. "Mann und Frau haben die gleiche Würde", betonte der 84-Jährige jüngst vor Gläubigen aus aller Welt.

Seit 1981 wird am Todestag dreier Schwestern, die in der Dominikanischen Republik gegen die Diktatur kämpften, weltweit auf Gewalt gegen Frauen aufmerksam gemacht. 1999 verabschiedeten die Vereinten Nationen eine Resolution, die den 25. November offiziell zum "Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen" machte.

Gewalt verstärkt durch Pandemie

Nach UN-Angaben erlebt eine von drei Frauen in ihrem Leben Misshandlungen. Vor allem in Krisenzeiten, etwa in der derzeitigen Corona-Pandemie, nimmt diese Zahl demnach deutlich zu. So geht eine aktuelle UN-Studie davon aus, dass in der Pandemie zwei von drei Frauen entweder selbst Gewalt erfahren hat oder zumindest eine direkte Bekannte hat, auf die das zutrifft.

Im Vorfeld des Internationalen Tags hatte das katholische Hilfswerk Misereor gefordert, dem "zunehmenden Frauenhass im Netz" entgegenzuwirken. Es brauche mehr Maßnahmen und Gesetze zur Prävention von Gewalt und für den Schutz der Opfer, die auch länderübergreifend wirkten. Die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd), der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) und der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) sprachen sich für eine offensive Umsetzung der Istanbul-Konvention zum Schutz von Frauen vor Gewalt aus. Insbesondere Frauen mit Migrationshintergrund seien vielfach schutzbedürftig. (tmg/KNA)