In Anlehnung an Papst Franziskus

Deutsche Bischöfe fordern großzügige Aufnahme von Flüchtlingen

Aktualisiert am 22.12.2021  –  Lesedauer: 

Bonn ‐ Die Deutsche Bischofskonferenz fordert die Aufnahme von Geflüchteten sowie das Ende der humanitären Krisen an den EU-Außengrenzen. Dabei handele es sich nicht nur um Lippenbekenntnisse, so Migrationsbischof Stefan Heße.

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Die deutschen Bischöfe wollen großzügigere Aufnahmeprogramme von Geflüchteten und eine Überwindung der humanitären Krisen an den EU-Außengrenzen. Dies sei nicht nur ein Lippenbekenntnis, sondern durch das Engagement zahlreicher kirchlicher Akteure hinterlegt, erklärte der Hamburger Erzbischof Stefan Heße, der auch Vorsitzender der Migrationskommission der Deutschen Bischofskonferenz ist, am Mittwoch in Bonn. Heße unterstützt mit seinen Forderungen Papst Franziskus, der immer wieder auf die Situation von Geflüchteten an den EU-Außengrenzen aufmerksam macht und an Mitmenschlichkeit appelliert.

"Es stimmt mich hoffnungsvoll, dass die neue Bundesregierung die Bereitschaft zur humanitären Aufnahme von Geflüchteten zusätzlich stärken möchte", so der Erzbischof. Die Kirche sei weiterhin bereit, mit praktischer Unterstützung dazu beizutragen, dass Schutzsuchende in Deutschland eine menschenwürdige Aufnahme fänden. Die Situation der Geflüchteten in Aufnahmelagern in Süditalien sowie auf Malta, den ägäischen Inseln und Zypern habe sich in den vergangenen Jahren nicht verbessert, erklärte Heße. Hinzu seien weitere Orte gekommen, beispielsweise an der östlichen EU-Außengrenze oder auf dem Balkan.

Weitere Forderungen im Migrationswort der Kirchen

Zugleich verwies Heße auf das im Oktober erschienene Migrationswort der Kirchen in Deutschland. Darin fordern die christlichen Kirchen eine faire Verteilung von Schutzsuchenden unter den Mitgliedstaaten, stärkere Solidarität mit den Staaten an den EU-Außengrenzen und hohe Aufnahme- und Verfahrensstandards, die von allen Mitgliedstaaten akzeptiert und umgesetzt werden. Außerdem wollen die Kirchen eine wirksame Seenotrettung, sichere Zugangswege sowie eine bessere Unterstützung außereuropäischer Erstaufnahmestaaten.

Heße betonte anlässlich des bevorstehenden Weihnachtsfestes: "Weihnachten ruft uns jedes Jahr erneut ins Gedächtnis: Gott wird Mensch in einem wehrlosen, schutzbedürftigen Kind. Auch heute begegnet Christus uns in Menschen, deren Würde akut gefährdet ist." (KNA)