Standpunkt

Damit alle eins sind: Ökumene bedeutet eine große Chance

Aktualisiert am 17.01.2022  –  Lesedauer: 
Schachfigur
Bild: © Fotolia.com/Roma

Bonn ‐ Nach der Corona-Pandemie wird sich mehr als zuvor zeigen, dass nicht nur in der Fläche für die Kirche vieles nur noch überkonfessionell leistbar sein wird, kommentiert Stefan Orth. Das sei – auch aus theologischen Gründen – eine Chance.

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Morgen ist es soweit. Es beginnt wieder einmal die Gebetswoche für die Einheit der Christen, die die Arbeitsgemeinschaft der Christlichen Kirchen veranstaltet und dieses Jahr vom 18. bis 25. Januar stattfindet. Mancher mag das als bloße Pflichtübung ansehen, aber gerade in der Pandemie zeigt sich, wie wichtig Routinen sein können.

Denn man hat zu oft geradezu das Gefühl, dass die Kontaktbeschränkungen in der Corona-Zeit auch auf die ökumenischen Beziehungen durchschlagen. Wo schon die einzelnen Kirchen mit der gesellschaftlichen Präsenz ihre Schwierigkeiten haben, geraten alle Anstrengungen einer intensiveren Zusammenarbeit umso schneller ins Hintertreffen. Auch in den ökumenischen Dialogen braucht es mehr Willen zur Einigung, zumindest zu weiteren Fortschritten. Aber selbst dort, wo sie zeitweilig ins Stocken geraten, darf das nicht verdecken, was alles möglich ist und ja bereits auch gemeinsam verantwortet wird. Gut, wenn es hier institutionalisiert regelmäßig eine entsprechende Erinnerung gibt, die zudem die gemeinsamen Wurzeln aufzeigt.

Dabei wird sich nach der Pandemie noch mehr als zuvor zeigen, dass nicht nur in der Fläche für die Kirche als Institution vieles nur noch überkonfessionell leistbar sein wird, was nicht zuletzt – auch aus theologischen Gründen – eine Chance ist. Das betrifft vielfach die katholische und die evangelische Kirche, die ja jetzt schon mehr kooperieren als medienöffentlich wahrgenommen wird. Das wird in Zukunft auch mehr noch für alle Christen innerhalb der ACK gelten müssen.

Damit alle eins sind: Diese Maxime für die Ökumene aus dem Johannesevangelium bedeutet ja immer auch, besser eins sein zu sollen. Vor der Vielfalt, die das faktisch bedeutet, braucht keiner zu erschrecken.

Von Stefan Orth

Der Autor

Dr. Stefan Orth ist stellvertretender Chefredakteur der Herder Korrespondenz.

Hinweis

Der Standpunkt spiegelt ausschließlich die Meinung der jeweiligen Autorin bzw. des Autors wider.