Keine kirchen- oder arbeitsrechtlichen Konsequenzen

Erzbischof Burger: Respekt für Aktivisten von "#OutInChurch"

Aktualisiert am 01.02.2022  –  Lesedauer: 

Freiburg/Hildesheim ‐ Den Aktivisten von "#OutInChurch" drohen aufgrund ihrer Teilnahme an der Initiative keine kirchen- oder arbeitsrechtlichen Konsequenzen: Das betont der Freiburger Erzbischof Stephan Burger – und bekundet seinen Respekt.

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Der Freiburger Erzbischof Stephan Burger hat bekräftigt, dass den Aktivisten von "#OutInChurch" aufgrund ihrer Teilnahme an der Initiative keine kirchen- oder arbeitsrechtlichen Konsequenzen drohen. "Darum darf es jetzt nicht gehen", sagte Burger am Dienstag. Ihr Coming-Out und das Erzählen ihrer "Lebens- und auch Leidensgeschichte in der Kirche" verdiene Respekt.

Auch die von der Aktion unterstützte Forderung nach Reformen im kirchlichen Arbeitsrecht bezeichnete Burger, der Kirchenjurist ist, als nachvollziehbar. "Wir müssen immer wieder schauen, wie sich Gesellschaft verändert und wie sich das in unserem Arbeitsrecht abbildet, ohne natürlich unser Profil aufzugeben." Der Prozess laufe, so Burger, und gehe nicht auf die Aktion zurück. "Das ist bereits seit mehreren Jahren Thema."

Vergangene Woche hatten sich mehr als 100 Mitglieder der katholischen Kirche im Rahmen der Initiative "#OutInChurch" öffentlich als queer, also etwa als homosexuell oder transgender, geoutet. Sie fordern unter anderem eine Überarbeitung der arbeitsrechtlichen Bestimmungen für Mitarbeiter in katholischen Einrichtungen, damit diese keine Kündigung fürchten müssten.

Auch in Hildesheim keine arbeitsrechtlichen Konsequenzen

Auch die Mitarbeiter des Bistums Hildesheim müssen laut dessen Generalvikar Martin Wilk keine arbeitsrechtlichen Konsequenzen aufgrund ihrer sexuellen Identität fürchten. Das versichert der Verwaltungschef in einem Brief an alle Angestellten, wie das Bistum am Montag auf seiner Internetseite mitteilte. Niemand dürfe aufgrund seiner sexuellen Ausrichtung diskriminiert werden, heißt es in dem Papier. "Für diesen wertschätzenden Umgang miteinander setze ich mich mit allen mir zur Verfügung stehenden Mitteln ein."

Dass Menschen im Dienst der Kirche aus Sorge um ihren Arbeitsplatz zu einem Versteckspiel gezwungen würden, sei unhaltbar, so Wilk. "Wir brauchen in unseren diözesanen Beratungsgremien eine ehrliche Diskussion um die grundsätzliche Ausrichtung unseres Bistums in diesem Themenbereich." Bischof Heiner Wilmer sei deshalb die Reform des kirchlichen Arbeitsrechts in diesem Punkt ein wichtiges Anliegen. Er setze sich dafür ein, dass das Thema beim laufenden Reformprozess der katholischen Kirche in Deutschland, dem Synodalen Weg, zur Sprache komme. (tmg/KNA)