Sonntagsgottesdienst müsse wieder zur guten Gewohnheit werden

Erzbischof Schick: Ohne Gebet keine Erneuerung der Kirche

Aktualisiert am 10.03.2022  –  Lesedauer: 

Vierzehnheiligen ‐ Was ist notwendig für eine Veränderung der katholischen Kirche? Erzbischof Ludwig Schick ruft seinen Amtsbrüdern die Bedeutung von Gebet, sonntäglichem Gottesdienst und Sakramentenfrömmigkeit in Erinnerung.

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Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick sieht das Gebet als notwendig für eine Veränderung der katholischen Kirche. "Zur Erneuerung der Kirche gehört die Erneuerung des Gebetes", sagte Schick am Donnerstag in der Frühmesse am letzten Tag der Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) in Vierzehnheiligen. Auch der Sonntagsgottesdienst müsse wieder zur guten Gewohnheit werden, forderte der Erzbischof. Darüber hinaus brauche es die Erneuerung der Sakramentenfrömmigkeit, der Taufe, der Firmung, des Ehesakraments und der Krankensalbung für die Erneuerung der Kirche.

Schick erinnerte an die Tradition der Bittgebete, gerade in Notsituationen wie dem Krieg in der Ukraine oder der Corona-Pandemie. Dies gelte auch für die Kirche, "die so verwundet und geschwächt ist durch Missbrauch, Fehlentwicklungen, Reformstau", so der Erzbischof. "Ohne Gebet und ohne Betende gibt es keine Kirche. Kirche besteht aus Betenden." Vielfach glaubten aber Menschen, alles selbst regeln zu können mit Wissenschaft, Technik, Verstand und Vermögen, sagte Schick. "Erst wenn uns das Wasser bis zum Hals steht und wir nicht mehr weiterwissen, uns auch von den Menschen verlassen fühlen, dann rufen wir Gott an und schreien zu ihm. So aber machen wir Gott zum 'Deus ex machina', zu einem Maskottchen oder Talisman."

Während der vier Tage im oberfränkischen Wallfahrtsort sprachen und sprechen die deutschen Bischöfe unter anderem über die Lage in der Ukraine, die Reformdebatte Synodaler Weg sowie über die Aufarbeitung des Missbrauchsskandals. Am Mittwoch übergab die Initiative "#OutInChurch" eine Petition mit rund 118.000 Unterschriften zum Umgang mit queeren Beschäftigten. Am Dienstag hatte die DBK ihr neues Wort zur Seelsorge vorgestellt. (tmg/KNA)