Stadtverwaltung von Mariupol meldet drei Tote

Russland bombadiert Kinderkrankenhaus – Vatikan verurteilt Angriff

Aktualisiert am 10.03.2022  –  Lesedauer: 

Mariupol/Vatikanstadt ‐ Bei einem russischen Luftangriff auf ein Geburts- und Kinderkrankenhaus sind nach ukrainischen Angaben mehrere Menschen getötet und verletzt worden. Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin verurteilt die Bombardierung.

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Der Vatikan verurteilt einen von der Ukraine gemeldeten Luftangriff auf ein Kinderkrankenhaus in der ostukrainischen Hafenstadt Mariupol. "Es ist nicht hinnehmbar, dass ein Krankenhaus bombardiert wird. Es gibt keinen Grund, keine Motivation, so etwas zu tun", sagte Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin der Zeitung "Il Messaggero" (Mittwochabend). Er sei sehr besorgt über das, was passiere.

Nach Angaben der Stadt sind nach dem Angriff inzwischen drei Menschen ihren Verletzungen erlegen, darunter auch ein Mädchen. Zuvor war von 17 Verletzten die Rede. UN-Generalsekretär Antonio Guterres bezeichnete den Luftangriff auf die Geburts- und Kinderklinik als "entsetzlich". Diese "sinnlose Gewalt" müsse aufhören. "Beenden Sie das Blutvergießen jetzt", twitterte er am Mittwoch.

Kardinal: Lawrow wollte keine Garantien geben

Parolin sprach auch über ein Telefonat mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow am Dienstag. Zu Forderungen nach einem Ende der bewaffneten Angriffe und nach humanitären Korridoren habe Lawrow ihm keine Garantien geben wollen. "Er hat mir zugehört und dann natürlich seinen Standpunkt dargelegt, und so sind wir verblieben", sagte Parolin.

Der Vatikan hatte in den vergangenen Tagen seine Vermittlungsbemühungen im Ukraine-Krieg verstärkt. Papst Franziskus entsandte eigens zwei Kardinäle ins Krisengebiet. Seit Wochen ruft das Kirchenoberhaupt zu Friedensgebeten für die Ukraine auf und verurteilt die dortige Waffengewalt.

Die Informationen aus dem Kriegsgebiet lassen sich kaum unabhängig überprüfen. Nach Angaben der Vereinten Nationen wurden vom 24. Februar bis 8. März in der Ukraine 516 Zivilisten bei Kampfhandlungen getötet, darunter 37 Kinder. 908 Menschen seien verletzt worden, "hauptsächlich durch Beschuss und Luftangriffe". (tmg/KNA)