Papst konnte Gottesdienst nicht selbst vorstehen

Sonntag der Barmherzigkeit: Papst ruft Christen zur Versöhnung auf

Aktualisiert am 24.04.2022  –  Lesedauer: 

Vatikanstadt ‐ Der Messe zum Weißen Sonntag im Petersdom konnte Papst Franziskus aufgrund von Knieproblemen nicht selbst vorstehen. Das hielt ihn aber nicht davon ab, zu predigen – und zu Barmherzigkeit und Versöhnung aufzurufen.

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Papst Franziskus hat Christen zu Versöhnung aufgerufen. "Wenn wir uns um unsere Nächsten kümmern und barmherzig sind, werden auch wir getröstet", sagte er in der Messe am Sonntag im Petersdom. Anders als angekündigt stand der Papst dem Gottesdienst nicht selbst vor. Erzbischof Rino Fisichella, Leiter des Rates für Neuevangelisierung, übernahm die Feier der Messe. Konzelebrant war der deutsche Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst.

Von einem Stuhl vor dem Altar predigte Papst Franziskus am Sonntag der Barmherzigkeit, der eine Woche nach Ostern begangen wird. "Die Barmherzigkeit Gottes bringt uns in unseren Krisen und Kämpfen mit den Leiden unseres Nächsten in Berührung. Wenn wir denken, dass wir in einer besonders schwierigen Situation sind, entdecken wir, dass andere in aller Stille noch viel schlimmere Zeiten durchmachen", so Franziskus. Dann gelte es, sich Zeit zu nehmen, zuzuhören, zu begleiten und zu trösten.

Der Papst erinnerte an die Macht von Vergebung. Jeder solle darüber nachdenken, ob er schon Vergebung erfahren habe. Dies sei wichtig, denn es schenke Frieden und Freude. Zudem soll sich jeder fragen, ob er sich selbst bemühe, "Konflikte zu entschärfen, Vergebung zu bringen, wo man hasst, Frieden zu stiften, wo man Groll hegt", forderte Franziskus.

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Die Feier am Weißen Sonntag ist bereits die zweite wichtige Messe, der Franziskus wegen Knieproblemen nicht selbst vorstehen konnte. In der Osternacht übernahm der Dekan des Kardinalskollegiums, Kardinal Giovanni Battista Re, die Zelebration. Am Freitag hatte Franziskus seine Termine wegen "notwendiger medizinischer Untersuchungen" abgesagt; am Samstag nahm er sein Programm wieder auf.

Papst: Der Herr suche "nicht nach perfekten Christen"

Beim Mittagsgebet auf dem Petersplatz beruhigte Papst Franziskus am Sonntag Christen mit Glaubenszweifeln. "Das Abenteuer des Glaubens besteht aus Licht und Schatten. Wenn nicht, welche Art von Glaube wäre es?", fragte das Kirchenoberhaupt. Angst hätte er hingegen, wenn er Christen sehe, die glaubten, dass sie perfekt seien, die nie zweifelten; immer ihren perfekten Glauben zur Schau stellten.

Glauben bestehe aber vielmehr "aus Zeiten von Trost, Schwung und Begeisterung, aber auch von Müdigkeit, Verlust, Zweifel und Dunkelheit", so Franziskus weiter. Dafür müsse man sich nicht schämen; "der Herr sucht nicht nach perfekten Christen". (cbr/KNA)

24.04., 16.45 Uhr: Ergänzt um Aussagen von Papst Franziskus beim Mittagsgebet.