Amtsverzicht des Vorgängers machte Schlagzeilen

Nachfolger für Aupetit: Paris bekommt einen neuen Erzbischof

Aktualisiert am 26.04.2022  –  Lesedauer: 

Vatikanstadt/Paris ‐ Im Dezember hatte Papst Franziskus den Amtsverzicht Michel Aupetits angenommen, nachdem eine Reihe von Presseberichten seine Amtsführung und Privatleben in Zweifel gezogen hatten. Nun ist ein neuer Erzbischof für Paris gefunden.

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Laurent Ulrich (70), bisher Erzbischof von Lille, wird neuer Erzbischof von Paris. Der Vatikan teilte am Dienstag die Nachfolgeregelung für den im Dezember zurückgetretenen Michel Aupetit (71) durch Papst Franziskus mit. Übergangsweise hatte Georges Pontier (78), emeritierter Erzbischof von Marseille, die Amtsgeschäfte der größten französischen Diözese geführt. Der aus Dijon stammende Ulrich war vor seinem Amt in Lille Erzbischof von Chambery. In der Französischen Bischofskonferenz leitet er den Rat für das katholische Bildungswesen.

Sein Vorgänger Aupetit hatte seinen Amtsverzicht angeboten, nachdem eine Reihe von Presseberichten seine Amtsführung und Privatleben in Zweifel gezogen hatten. Die Rede war von einer Affäre mit einer erwachsenen Frau vor seiner Zeit als Erzbischof. Aupetit räumte ein zweideutiges Verhalten ein, wies jedoch ein Verhältnis klar zurück. Papst Franziskus hatte den Amtsverzicht binnen kurzem angenommen. Gleichwohl nahm er Aupetit anschließend in Schutz. Den Amtsverzicht habe er nur angenommen, weil dessen Ruf nach den Vorwürfen so beschädigt gewesen sei, dass er seine Diözese nicht mehr habe regieren können, sagte der Papst vor Journalisten. Medien und Gesellschaft warf Franziskus in dem Zusammenhang Heuchelei vor.

Das Erzbistum Paris gehört zu den renommiertesten Diözesen der katholischen Weltkirche. Traditionell erhält ihr Leiter im Lauf seiner Amtszeit den Kardinalsrang. Im Bereich der Diözese leben heute gut 2,2 Millionen Menschen; davon sind rund 1,35 Millionen katholisch getauft; das ist ein Bevölkerungsanteil von 60 Prozent. (tmg/KNA)