Übergangsleiter bis zur Wahl eines Großmeisters

Nach Tod von Luzzago: Neuer Statthalter für den Malteserorden

Aktualisiert am 13.06.2022  –  Lesedauer: 

Vatikanstadt/Rom ‐ Nach dem plötzlichen Tod von Fra' Marco Luzzago hat der Papst einen neuen Statthalter des Malteserordens ernannt. Dieser soll die Leitung übernehmen, bis ein neues Ordensoberhaupt gewählt wird – und den Prozess der Verfassungsreform fortsetzen.

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Fra' John Dunlap (65) ist neuer Statthalter des Malteserordens. Papst Franziskus ernannte den Kanadier zum Nachfolger des vergangene Woche plötzlich verstorbenen Fra' Marco Luzzago, wie der Orden am Montag mitteilte. Dunlap übernimmt damit die Leitung des Ordens, bis die seit längerem avisierte Wahl eines neuen Großmeisters und Ordensoberhauptes stattfindet. Am vergangenen Samstag hatte Papst Franziskus seine Delegierten für den Orden, Kardinal Silvano Tomasi und den designierten Kardinal Gianfranco Ghirlanda, in Audienz empfangen.

Die Vereidigung Dunlaps werde am kommenden Dienstag, nach der Beisetzung Luzzagos, in Rom stattfinden, so der Malteserorden weiter. Gemeinsam mit dem Rat des Ordens und dem päpstlichen Sonderbeauftragten Tomasi solle Dunlap den Prozess der Verfassungsreform des Souveränen Malteserordens fortsetzen.

Erstes amerikanisches Mitglied

Der Jurist aus Ottawa trat 1996 in den Malteserorden ein und legte 2008 als erstes amerikanisches Mitglied seine feierlichen Gelübde ab. Im Jahr 2009 wurde Dunlap für eine fünfjährige Amtszeit zum Mitglied des Souveränen Rates des Ordens gewählt. Wiederwahlen folgten 2014 und 2019.

Als katholischer Orden ist der Malteserorden dem Heiligen Stuhl unterstellt. Gleichzeitig ist er politisch ein eigenes Völkerrechtssubjekt. Dieser Status verschafft ihm einzigartige Zugänge auf politischer und diplomatischer Ebene und soll besondere Unabhängigkeit in Konflikten ermöglichen. Zu 110 Staaten unterhält der Orden derzeit diplomatische Beziehungen. Seit geraumer Zeit ringt der Malteserorden um eine Reform seiner Strukturen. (KNA)