Staatskanzlei-Chef steht wegen konservativer Haltung in der Kritik

Katholisches Büro nimmt NRW-Minister Liminski gegen Kritik in Schutz

Aktualisiert am 30.06.2022  –  Lesedauer: 

Köln ‐ Der neue NRW-Minister Nathanael Liminski steht wegen seiner konservativen Überzeugungen in der Kritik. Das Katholische Büro in Nordrhein-Westfalen nimmt ihn in Schutz: Die Zusammenarbeit sei bislang sehr vertrauensvoll gewesen.

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Der Leiter des Katholischen Büros in Düsseldorf, Antonius Hamers, hat den neuen nordrhein-westfälischen Europaminister und Staatskanzlei-Chef Nathanael Liminski (CDU) gegen Kritik in Schutz genommen. Er habe mit ihm in den vergangenen fünf Jahren "sehr vertrauensvoll und gut zusammengearbeitet”, so Hamers gegenüber "domradio.de" am Mittwoch. "An seiner Redlichkeit und an seiner Zuverlässigkeit lasse ich keinen Zweifel aufkommen."

Generell finde er es "unsäglich, wenn Menschen wegen ihres katholischen bzw. überhaupt ihres religiösen Bekenntnisses in dieser Art und Weise diskreditiert werden", sagte Hamers weiter. Als Kirche müsse man sich eine solche Diskriminierung dies "unbedingt verbitten", sie sei "völlig unsachlich und völlig daneben".

Langjähriger Laschet-Vertrauter

Liminski steht unter anderem wegen seiner konservativen Haltung zur Sexualität sowie angeblicher Verbindungen zu rechtskonservativen Kreisen in der Kritik. Er gilt als langjähriger Vertrauter des ehemaligen CDU-Vorsitzenden Armin Laschet, unter dem er 2017 Chef der NRW-Staatskanzlei wurde. Am Mittwoch wurde er in das neue Kabinett von Ministerpräsident Hendrik Wüst in der schwarz-grünen Koalition berufen.

Neben Liminski gäbe es im neuen Kabinett einige Ministerinnen und Minister, die sich "ganz offen zu ihrem katholischen Bekenntnis bekennen", so Hamers im Interview weiter. Angesichts steigender Austrittszahlen verweist er jedoch auch darauf, dass die katholische Kirche "vor grundstürzenden Veränderungen" stehe. In der Politik müsse die Kirche angesichts ihres schlechten Ansehens bei vielen Menschen "immer wieder für Zuverlässigkeit und für Redlichkeit" werben. Das gelinge auch. Allerdings müsse die Kirche in Zukunft demütiger auftreten und gleichzeitig davon überzeugt sein, "aus welcher Grundlage heraus wir unsere Arbeit tun". (cph)