Assmann: "Ich bin schon etwas angespannt"

Neuer Kölner Generalvikar und Woelki-Stellvertreter im Amt

Aktualisiert am 01.07.2022  –  Lesedauer: 

Köln ‐ Er ist bereits der vierte Generalvikar unter Kardinal Rainer Maria Woelki: Am Freitag trat Dompropst Guido Assmann als neuer Kölner Verwaltungschef sein Amt an – und sprach dabei von einer gewissen Anspannung.

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Der neue Verwaltungschef des krisengeschüttelten Erzbistums Köln, Guido Assmann (58, Foto rechts), hat sein Amt angetreten. Am Freitag nahm der Generalvikar die Schlüssel zu seinem Dienstsitz entgegen. "Ich bin schon etwas angespannt, ein neues Amt zu übernehmen, von dem ich nur erahnen kann, wie viel auf mich zukommt", sagte Assmann der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). "Aber ich bin sehr zuversichtlich."

Als Generalvikar ist Assmann persönlicher Stellvertreter von Erzbischof Rainer Maria Woelki in Verwaltungsangelegenheiten. Er bleibt zudem Dompropst, also Hausherr der Kölner Kathedrale. Dieses Amt hatte er vor knapp zwei Jahren übernommen. "Das muss man mal sehen, ob das beides zusammen geht", sagte Assmann. "Aber es gibt keinen Grund, das heute zu entscheiden."

Der Priester ist der vierte Generalvikar in der fast achtjährigen Amtszeit von Erzbischof Woelki. Er folgt auf Markus Hofmann (54, Foto links). Dessen Rückzug als Chef von rund 800 Mitarbeitenden begründete das Erzbistum mit einer notwendigen Umorganisation der Bistumsverwaltung. Diese soll nach Unklarheiten im Stiftungsbereich in die Bereiche Seelsorge, Finanzen und Verwaltung aufgegliedert werden. Der Generalvikar soll künftig zudem von einem Amtschef oder einer Amtschefin unterstützt werden. Dieser Posten ist bislang unbesetzt.

Schwaderlapp soll demnächst zurückkehren

Hofmann vertritt derzeit den Kölner Weihbischof Dominikus Schwaderlapp als Bischofsvikar für die internationale Seelsorge. Im August und September wolle er sich Zeit nehmen, "wo ich durchatme, Herz und Geist ein bisschen neu sortiere", sagte er. Welche Aufgabe er danach übernehme, sei noch offen. Schwaderlapp war nach Veröffentlichung eines Gutachtens, das ihm Fehlverhalten im Umgang mit Missbrauchsfällen nachweist, als Priester nach Kenia gegangen. Demnächst soll er ins Erzbistum zurückkehren.

Generalvikar Assmann wurde 1964 in Radevormwald geboren und empfing 1990 die Priesterweihe. Nach Kaplansjahren in Eitorf und Köln-Klettenberg war er von 1998 bis 2007 leitender Pfarrer in Dormagen-Süd. 2000 wurde er zum Dechanten in Dormagen ernannt. 2007 wechselte er als Pfarrer an das Quirinus-Münster in Neuss und wurde Kreisdechant. Zwei Jahre später übernahm er die Leitung des Pfarrverbandes Neuss-Mitte. Seit September 2020 ist Assmann Kölner Dompropst.

Ein Generalvikar gilt als wichtigster Mitarbeiter des Bischofs an der Spitze einer Diözese und als dessen "alter ego". Ihm fällt vor allem die Verwaltung zu. Darin ist er mit dem Manager eines Unternehmens vergleichbar. Laut Kirchenrecht besitzt er die Gewalt, "die der Diözesanbischof von Rechts wegen hat, um alle Verwaltungsakte erlassen zu können". Das Generalvikariat ist zentrale Verwaltungsbehörde eines Bistums. Mancherorts heißt sie Ordinariat. Sie gewährleistet das Funktionieren von Seelsorge, Sozialdiensten und Bildungseinrichtungen. Ein Generalvikar darf laut Kirchenrecht "niemals gegen den Willen oder die Absicht des Diözesanbischofs handeln". Wenn ein Bischof abgesetzt oder versetzt wird, zurücktritt oder stirbt, verliert der Generalvikar automatisch sein Amt. (tmg/KNA)