Barmherzigkeit Gottes gebe Menschen Hoffnung und Zuversicht

Erzbischof Schick: Kirchenaustritte sind Aufruf an uns Christen

Aktualisiert am 03.07.2022  –  Lesedauer: 

Bamberg ‐ Angesichts der hohen Austrittszahlen soll sich die Kirche aus Sicht des Bamberger Erzbischofs Ludwig Schick nicht verhalten, "wie das Kaninchen vor der Schlange". Er sieht darin vor allem einen Aufruf und eine Aufgabe für die Christen.

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Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick versteht die hohe Zahl der Kirchenaustritte als Aufruf, "unsere genuine Aufgabe als Christen entschieden, eifrig und authentisch aufzunehmen". Dies bedeute, die Barmherzigkeit Gottes zu verkünden, sagte Schick laut Pressemitteilung am Sonntag in einem Gottesdienst. Es sei nicht gut und richtig, sich bei den Austrittszahlen zu verhalten, "wie das Kaninchen vor der Schlange".

Die Barmherzigkeit Gottes gebe den Menschen vielmehr Hoffnung und Zuversicht in schwierigen Zeiten. Der Krieg in der Ukraine, die Klimakrise, Missbrauch und Skandale seien Akte der Gottlosigkeit, die zu Unbarmherzigkeit und Eigennutz führten. Barmherzigkeit hingegen heiße, ein Herz für die Nächsten zu haben. "Wenn wir uns vor Gott verschließen und gottlos werden, dann ist die Barmherzigkeit zu Ende", betonte der Erzbischof. "Wer sich vor Gott neigt, der neigt sich dem Nächsten barmherzig zu."

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Schick feierte den Gottesdienst anlässlich des 500. Jubiläums des Wallfahrtsortes Maria Ehrenberg im unterfränkischen Wildflecken. Das Fest Mariä Heimsuchung, das die Kirche an diesem Wochenende feiere, stelle Maria als Mutter der Barmherzigkeit vor, so Schick weiter. Sie erweise ihrer schwangeren Verwandten Elisabeth die Barmherzigkeit, indem sie ihr in der Schwangerschaft beisteht. "Die Barmherzigkeit Gottes, die die Gottesmutter Maria uns bringt, haben Pilger seit 500 Jahren hier auf dem Maria Ehrenberg gespürt. Das hat ihnen Trost im Leid, Kraft in den Schwierigkeiten des Lebens, Hoffnung in scheinbar aussichtslosen Situationen gegeben", sagte der Erzbischof. "Diese Tradition, dieser Glaube, diese Kraft müssen gerade jetzt erhalten bleiben."

Am Montag hatte die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) die Mitgliederzahlen der katholischen Kirche in Deutschland für das Jahr 2021 vorgelegt. Demnach verließen mit knapp 360.000 Menschen so viele Gläubige die Kirche wie noch nie zuvor. Der bisherige Höchstwert aus dem Jahr 2019 lag bei etwa 273.000 Menschen. Rund 21,6 Millionen Menschen in Deutschland gehören derzeit noch der katholischen Kirche an. (cbr)