Finanzierung der Stiftungsprofessur reduziert

Theologisches Studienjahr Jerusalem von DAAD-Kürzungen betroffen

Aktualisiert am 12.07.2022  –  Lesedauer: 
Die Dormitio Abtei über der Altstadt in Jerusalem.
Bild: © Dormitio Abtei

Bonn ‐ Die Bundesregierung will beim Deutschen Akademischen Austauschdienst sparen. Das hat große Auswirkungen auf die Förderung des internationalen Wissenschaftsaustauschs. Auch das Theologische Studienjahr Jerusalem ist betroffen.

  • Teilen:

Von den angekündigten Kürzungen beim Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) ist auch das Theologische Studienjahr Jerusalem betroffen. Gegenüber katholisch.de sagte ein Sprecher des DAAD am Dienstag, dass nach dem aktuellen Stand die für das kommende Studienjahr geplante Mittelzuweisung an den Laurentius-Klein-Lehrstuhl um ungefähr 15 Prozent gekürzt werden müsse. "Trotzdem gehen wir davon aus, dass der reguläre Unterrichtsbetrieb des Studienjahres mit gewissen Sparmaßnahmen, die wir aktuell mit der Studienleitung diskutieren, durchgeführt werden kann", so der Sprecher weiter. Von den Kürzungen nicht betroffen seien die durch das Bundesforschungsministerium geförderten Stipendien der Studierenden des Studienjahres.

Das Theologische Studienjahr Jerusalem ist ein zweisemestriges Studienprogramm für deutschsprachige Studenten der Theologie in Jerusalem. Es wurde 1973 durch Abt-Administrator der Benediktinerabtei Dormitio, Pater Laurentius Klein, gegründet. Nach ihm wurde 2014 der in Jerusalem angesiedelte "Laurentius-Klein-Lehrstuhl für Biblische und Ökumenische Theologie" benannt, der zur theologischen Fakultät der benediktinischen Hochschule Sant'Anselmo in Rom gehört. Derzeitige Lehrstuhlinhaberin und Dekanin des Studienjahres ist die Alttestamentlerin Johanna Erzberger. Das Studienjahr wird finanziell durch den DAAD und die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) getragen.

Der DAAD ist eine Gemeinschaftseinrichtung der deutschen Hochschulen und Studierendenschaften zur Förderung des internationalen Austauschs von Studierenden und Wissenschaftlern. In der vergangenen Woche hatte der DAAD mitgeteilt, dass die vom Bundeskabinett beschlossenen Kürzungen der Grundfinanzierung des Studienwerks durch das Auswärtige Amt zu erheblichen Einschnitten in die Arbeit führen werden. Die institutionelle Förderung von 204 Millionen Euro im Jahr 2021 ist bereits in diesem Jahr auf 195 Millionen Euro gesunken, für 2023 ist eine weitere Kürzung auf 191 Millionen Euro geplant. Reduziert werden unter anderem langfristige Studien- und Promotionsstipendien für ausländische Studierende, Promovierende und Forschende sowie Kurzzeitförderungen. Weltweit fallen Hochschul-Kooperationsprogramme sowie Lektorate und Dozenturen an ausländischen Hochschulen weg. "Wir sehen diese drohenden Einschnitte mit großem Bedauern und mit ernsthafter Besorgnis. Sie konterkarieren die konzeptionell richtigen Festlegungen und finanziellen Zusagen im Koalitionsvertrag der Bundesregierung", betonte der DAAD-Präsident Joybrato Mukherjee und hoffte auf eine Rücknahme der Kürzungen in der parlamentarischen Haushaltsberatung. (fxn)