Zuständige Gremien beraten erst im November

Finanzierung der Kölner Theologie-Hochschule bleibt weiter ungeklärt

Aktualisiert am 24.09.2022  –  Lesedauer: 

Köln ‐ Die Diskussionen um die Kölner Theologie-Hochschule KHKT hören nicht auf. Jetzt gab das Erzbistum an, dass die zuständigen Gremien erst im Laufe des November über die Finanzierung beraten würden. Eine Finanzplanung für 2023 steht ebenfalls noch aus.

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Die Finanzierung der umstrittenen Kölner Hochschule für Katholische Theologie (KHKT) bleibt vorerst weiter ungeklärt. Nach derzeitiger Einschätzung werden die zuständigen Gremien erst im Laufe des November darüber beraten, teilte das Erzbistum Köln am Freitag auf Anfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) mit. Am Donnerstagabend habe der Kirchensteuer- und Wirtschaftsrat sich über die vom Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki vorangetriebene KHKT zwar ausgetauscht. Die Trägerstiftung habe aber bislang weder eine Planung für das Jahr 2023 noch eine Mittelfristplanung vorgelegt. Ursprünglich war diese schon für das Frühjahr angekündigt.

Das Erzbistum verweist auf eine Auskunft der Stiftung zur Förderung von Bildung, Wissenschaft und Forschung, wonach die Planungen zeitnah erstellt und vorgelegt werden sollen. Diese würden dann im Anschluss dem Wirtschaftsplanausschuss sowie dem Kirchensteuer- und Wirtschaftsrat in November zur Beratung vorgelegt.

Fond des Erzbischofs geht zu Neige

Anfang 2020 hatte das Erzbistum die frühere Ordenshochschule der Steyler Missionare in Sankt Augustin übernommen und baut diese nun als KHKT in Köln neu auf. Kritiker werfen Woelki vor, ein konservatives Gegengewicht zur Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Bonn aufbauen zu wollen. Derzeit werden die Kosten aus einem dem Erzbischof zur Verfügung stehenden Fonds bestritten, der aber zu Neige geht.

Langfristig sollte die Stiftung eine "Finanzierung von außen" über Spender sichern und keine Kirchensteuermittel für die KHKT verwendet werden. Laut Woelki hat seine Zusage, keine Kirchensteuermittel zu verwenden, nur für die Anfangsphase der Einrichtung gegolten. Diese Darstellung stößt auf Widerspruch – etwa bei den Stadt- und Kreisdechanten. Erst kürzlich hatte die nordrhein-westfälische Wissenschaftsministerin Ina Brandes (CDU) erklärt, die von Woelki geförderte KHKT sei aufgefordert worden, allen nach dem Wintersemester 2019/2020 eingeschriebenen angehenden Priestern einen Wechsel an die Universität Bonn nahezulegen. Ansonsten könne ein Vertragsverletzungsverfahren zum Preußenkonkordat beim Vatikan eingeleitet werden. Woelki hatte zuvor bereits erklärt, dass Priesteramtskandidaten der Erzdiözese zum kommenden Wintersemester ihr Studium in Bonn beginnen.

Der Freiburger Kirchenrechtler Georg Bier hatte in einem Interview mit katholisch.de am Freitag erklärt, dass er durch die wissenschaftliche Ausbildung von Kölner Priesteramtskandidaten an der KHKT keinen Bruch des Preußenkonkordats sehe. Dennoch seien derartige Hochschulgründungen ein falsches Signal der Kirche an die Politik. "Wenn die Bischöfe darauf bestehen, ihr eigenes Ausbildungssüppchen zu kochen, dann gefährden sie nicht nur den Bestand der Katholisch-Theologischen Fakultäten und begünstigen mittelfristig deren Abschaffung. Sie forcieren damit auch das Verschwinden der Theologie aus dem wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Diskurs", so Bier. (cbr/KNA)