Marianne Heimbach-Steins fordert Veränderungen in Theologie und Praxis

Theologin: Kirche muss queere und nicht-binäre Personen wertschätzen

Aktualisiert am 27.10.2022  –  Lesedauer: 

Freiburg ‐ Niemand dürfe wegen der sexuellen oder geschlechtlichen Identität von der Mitarbeit in der Seelsorge ausgeschlossen werden, fordert Marianne Heimbach-Steins. Auch dürfe niemandem die Bitte nach einer Segensfeier verweigert werden.

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Die Münsteraner Theologin Marianne Heimbach-Steins hat die katholische Kirche aufgerufen, offener auf queere und nicht-binäre Menschen zuzugehen. Eine Anerkennung geschlechtlicher Vielfalt sei überfällig, so Heimbach-Steins in einem Beitrag für die "Herder Korrespondenz". "Intergeschlechtliche und transgeschlechtliche Menschen repräsentieren die Vielfalt und den Reichtum von Gottes guter Schöpfung."

Konkret fordert die Theologin, niemanden wegen der sexuellen oder geschlechtlichen Identität von der Mitarbeit in der Seelsorge auszuschließen. Auch dürfe niemandem die Bitte nach einer Segensfeier verweigert werden. Heimbach-Steins argumentiert, Veränderungen in Theologie und Praxis seien nötig, damit "sich die Kirche nicht länger schuldig macht, den Zugang zum Evangelium durch Verkennung der Wirklichkeit zu verbauen".

Ein theologisches Nachdenken über Sexualität und geschlechtliche Identität ist auch Gegenstand des Synodalen Wegs. Heimbach-Steins betonte, die aktuellen Kämpfe queerer Menschen um Anerkennung könnten als "Zeichen unserer Zeit" verstanden werden. Das englische Wort "queer" ist ein Sammelbegriff für sexuelle Minderheiten, unter denen Homosexuelle die größte Gruppe sind. (KNA)