Gemeinsamer Friedensappell der Kirchen

Bätzing und Kurschus: Ukraine-Krieg entspringt "Wahn eines Despoten"

Aktualisiert am 10.11.2022  –  Lesedauer: 

Hannover/Limburg ‐ Den Volkstrauertag am Sonntag haben Bischof Georg Bätzing und die EKD-Ratsvorsitzende Annette Kurschus zum Anlass genommen, um erneut für Frieden in der Ukraine zu appellieren. Dabei finden die beiden deutliche Worte.

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Katholische und Evangelische Kirche in Deutschland haben erneut den Krieg in der Ukraine verurteilt und zum Frieden aufgerufen. "Die Hoffnung auf eine humane Gesellschaft wird durch den Krieg zutiefst erschüttert. Vermeintlich unumstößliche Sicherheiten zerbrechen", heißt es in einem am Donnerstag veröffentlichten gemeinsamen Appell vom Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, und der Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland, Annette Kurschus. Sie äußern sich anlässlich des Volkstrauertags am Sonntag.

Frieden sei über Generationen hinweg das fundamentale Ziel europäischer Einigungsbemühungen gewesen. Dabei verdiene jedes Kriegsopfer Solidarität und Respekt: "Hinter jedem Einzelschicksal steht ein Name; jedes Leben steht für einen Menschen mit einer unverlierbaren und unantastbaren Würde", betonen die Kirchenvertreter. Das gelte vor allem für die Ukrainer, die ihre Freiheit gegen einen Aggressor verteidigten. "Aber auch auf russischer Seite werden junge Männer in einen Krieg geschickt, den sie nicht haben kommen sehen. Auf beiden Seiten sterben Menschen und fallen dem Wahn eines despotischen russischen Herrschers und seiner Vasallen zum Opfer."

Bätzing und Kurschus erinnern daran, dass im Zweiten Weltkrieg auch deutsche Truppen die Ukraine überfallen hatten. "Die Überlebenden von damals erleben heute, wie das vergangene Grauen wiederkehrt." Die Erinnerung an diese Opfer sei Gedenken und Mahnung zugleich. "Damals wie heute dürfen wir die Menschen, die unter Krieg und Gewalt leiden, nicht vergessen." (cbr/KNA/epd)