Mehr als ein Jahr nach Beginn der Legislaturperiode

AfD-Bundestagsfraktion hat neue kirchenpolitische Sprecherin gewählt

Aktualisiert am 24.11.2022  –  Lesedauer: 

Berlin ‐ Obwohl die AfD-Politikerin Alice Weidel ihre Partei einst als "einzige christliche Partei, die es noch gibt" bezeichnet hatte, hatte ihre Bundestagsfraktion bislang noch keine kirchenpolitische Sprecherin gewählt. Nun aber wurde der Posten vergeben.

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Mehr als ein Jahr nach Beginn der Legislaturperiode hat als letzte Bundestagsfraktion nun auch die AfD das Amt der kirchenpolitischen Sprecherin besetzt. Wie die Fraktion am Mittwoch mitteilte, wurde Nicole Höchst in das Amt gewählt. Die Saarländerin sitzt seit 2017 im Bundestag, im vergangenen Jahr gelang ihr über einen Listenplatz ihrer Partei der Wiedereinzug in das Parlament. Dort gehört sie unter anderem den Ausschüssen für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung sowie für Familie, Senioren, Frauen und Jugend an. Höchst folgt auf Volker Münz, der das Amt in der vergangenen Legislaturperiode innegehabt und bei der Bundestagswahl im September 2021 den Wiedereinzug in das Parlament verpasst hatte. Vor Höchsts Wahl waren kirchen- und religionspolitische Themen in den vergangenen Monaten in der AfD-Fraktion von unterschiedlichen Abgeordneten behandelt worden.

"Ich bin angetreten, das Amt der kirchenpolitischen Sprecherin im Interesse der Christen in Deutschland in einer Zeit auszufüllen, in der das Christentum in unserem Land sich freiwillig zunehmend der Politisierung unterwirft", sagte die 52-Jährige nach ihrer Wahl. Mit Blick auf ihre eigene Person betonte sie, dass ihr als Christin und Katholikin der Glaube und christliche Werte wichtig seien. Und weiter: "Als vierfache Mutter ist der Schutz der Familie und der Lebensschutz mir ein besonderes Anliegen. Das Angleichen der christlichen Lehre an den Zeitgeist, das um den Synodalen Weg herum diskutiert wird und immer mehr Zugriff auf zentrale Säulen des Glaubens erlangt, lehne ich ab."

Die anderen fünf Fraktionen im Bundestag hatten bereits kurz nach Beginn der Legislaturperiode ihre kirchen- und religionspolitischen Sprecherinnen und Sprecher gewählt. Diese sind in ihren Fraktionen jeweils federführend für alle Themen rund um Glaube, Kirche und Religion zuständig. Aktuell im Parlament diskutierte Themen in diesem Feld sind unter andere die Zukunft des kirchlichen Arbeitsrechts und der Staatsleistungen an die Kirchen sowie der Kampf gegen Antisemitismus. (stz)