Leo hat alle Kardinäle nach Rom eingeladen – Beratungen über Alte Messe?

Jesuit Batlogg: Außerordentliches Konsistorium ist ein Fortschritt

Veröffentlicht am 02.01.2026 um 14:38 Uhr – Lesedauer: 

Freiburg ‐ Das erste außerordentliche Konsistorium im Pontifikat von Papst Leo XIV. nähert sich: Am 7. und 8. Januar sind alle Kardinäle der Weltkirche nach Rom eingeladen. In dem Treffen sieht Jesuit Andreas Batlogg ein gutes Zeichen.

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Der österreichische Jesuit und Publizist Andreas Batlogg sieht in dem von Papst Leo XIV. einberufenen außerordentlichen Konsistorium ein positives Zeichen. "Was beim Konsistorium auch immer zur Sprache kommen wird – es geht zunächst um Beratung, nicht um Entscheidung", schreibt Batlogg in einem am Freitag vorab im Internet veröffentlichten Text für die Zeitschrift "Christ in der Gegenwart". "Aber allein schon, dass ein Papst teilhaben lässt, informiert, fragt, beratschlagt – ist ein Fortschritt gegenüber früheren Zeiten", betont der Jesuit. Papst Pius XII. habe noch sagen können: "Wir brauchen keine Mitarbeiter, sondern Ausführende." Leo XIV. sehe das anders – und das sei gut so.

Zu dem "außerordentlichen Konsistorium" hat Papst Leo XIV. alle gegenwärtig 245 Kardinäle nach Rom eingeladen. Das Treffen findet am 7. und 8. Januar statt – einen Tag nach der Schließung der Heiligen Pforte im Petersdom und dem Ende des Heiligen Jahres. Das Presseamt des Heiligen Stuhls hatte im Dezember zwar den Termin des Treffens bestätigt, aber keine Themen benannt, über die der Papst mit den Kardinälen sprechen wird. In einer kurzen Pressemitteilung hieß es lediglich, das Treffen solle die "Gemeinschaft zwischen dem Bischof von Rom und den Kardinälen stärken, die in besonderer Weise zur Zusammenarbeit bei der Sorge für die Gesamtkirche aufgerufen sind". Das Treffen werde demnach "Momente der Gemeinschaft und Brüderlichkeit sowie Zeiten der Besinnung, des Austauschs und des Gebets" umfassen.

Zuvor hatten Vatikanbeobachter in italienischen und US-amerikanischen Medien über einen Weihnachtsbrief des Papstes an die 245 Kardinäle der Weltkirche berichtet. Darin soll das Kirchenoberhaupt sich zum Konsistorium geäußert haben. Laut den Berichten geht es dort unter anderem um die vorkonziliare Messe und um Synodalität in der Kirche. Der italienischen Tageszeitung "Il Giornale" zufolge sucht Papst Leo XIV. beim Streit um die sogenannte Alte Messe nach einem Kompromiss zwischen dem Festhalten an "einer gesunden Tradition" und einer "Öffnung für eine legitime Weiterentwicklung". (cbr)