Homosexueller Prälat Charamsa erhält nach dem Kirchenrecht vorgesehene Strafe

Als Priester suspendiert

Aktualisiert am 22.10.2015  –  Lesedauer: 
Vatikan

Warschau  ‐ Kurz vor der Synode outete sich der polnische Priester und Vatikan-Mitarbeiter Krzysztof Charamsa als homosexuell. Nun hat ihm der Bischof seines Heimatbistums verboten, weiter als Priester zu arbeiten. Doch die Entscheidung muss nicht entgültig sein.

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Charamsa hatte sich Anfang Oktober in italienischen und polnischen Medien sowie bei einer Pressekonferenz zusammen mit seinem katalanischen Partner in Rom als homosexuell geoutet. Der Glaubenskongregation, für die er gearbeitet hatte, warf er eine "paranoide Homophobie" vor. Darauf verlor er umgehend seinen Posten im Vatikan und seine Lehrbefugnis für päpstliche Hochschulen.

Die nach dem Kirchenrecht vorgesehene Strafe

Sein Heimatbischof hatte ihn zunächst nur zur Rückkehr auf den "Weg des Priestertums Christi" aufgerufen. Da Charamsa jedoch "weiterhin ein Leben außerhalb der Vorschriften für katholische Priester" führe und ihm "jeglicher Willen zur Korrektur seines Lebens" fehle, werde gegen ihn nun die dafür im Kirchenrecht vorgesehene Strafe verhängt, begründete das Bistum seine Entscheidung. Die Suspendierung solle ihn zur Besinnung bringen. Sie könne aufgehoben werden, wenn der Theologe sein Leben korrigiere.

Charamsa arbeitete seit 2003 in der Glaubenskongregation und war zudem Beigeordneter Sekretär der Internationalen Theologenkommission des Vatikan. Er war außerdem Dozent an den Päpstlichen Hochschulen der Jesuiten (Gregoriana) und der Hochschule der Legionäre Christi (Regina Apostolorum). (KNA)

Linktipp: Vatikan-Prälat outet sich

Ein Mitarbeiter der vatikanischen Glaubenskongregation hat sich vor Beginn der Familiensynode als praktizierender Homosexueller geoutet. Zugleich fordert der polnische Monsignore eine grundlegende Öffnung der Kirche für gleichgeschlechtliche Paare.