Ruhestandsbezüge von Tebartz-van Elst neu geregelt
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Ehemaliger Limburger Bischof erhält Ruhestandsgeld in Höhe von 60,59 Prozent

Ruhestandsbezüge von Tebartz-van Elst neu geregelt

Das Bistum Limburg hat die Ruhestandsbezüge seines ehemaligen Bischofs Franz-Peter Tebartz-van Elst mit Wirkung Dezember neu geregelt. Zudem äußerte sich Administrator Grothe zu der Frage, wann die Diözese einen neuen Bischof bekommt.

Limburg - 09.12.2015

Eine genaue Summe nannte das Bistum nicht. Sie dürfte bei etwas mehr als 5.500 Euro brutto im Monat liegen, da das Gehalt des Bischofs sich nach der Besoldungsgruppe B 8 für Beamte in Hessen richtete. Zum Zeitpunkt des Rücktritts von Tebartz-van Elst erhielt ein nach B 8 bezahlter Beamter ein Monatsgehalt in Höhe von 9.145,54 Euro brutto.

Das Bistum wies darauf hin, dass Grothe einen Aufenthalt in Rom Mitte November im Rahmen eines Ad-Limina-Besuchs der deutschen Bischöfe auch für ein Treffen mit Tebartz-van Elst genutzt habe. Dabei sei es um Anpassungen der vormals getroffenen Ruhestandsvereinbarung gegangen.

Bislang rund 6.700 Euro Ruhestandsgeld

Nach dem Rücktritt von Tebartz-van Elst hatte das Bistum Limburg mit dem Bischof zunächst eine auf seiner Versorgungsordnung basierende Ruhestandsregelung getroffen, die eine Anpassung vorsah für den Fall, dass Tebartz-van Elst wieder anderweitige Einkünfte haben werde. Auf dieser Grundlage erhielt der Bischof dem Vernehmen nach von seinem ehemaligen Bistum bislang etwa 6.700 Euro monatlich.

Seit März ist der Bischof in Rom als "Delegat für Katechese" des Päpstlichen Rates zur Förderung der Neuevangelisation tätig. Angaben zu seinen Bezügen aus dieser Tätigkeit kann das Bistum Limburg nach eigenem Bekunden nicht machen. In verschiedenen Medien wurde wiederholt eine Summe von rund 3.000 Euro genannt.

Weihbischof Manfred Grothe rechnet damit, dass das Bistum Limburg bis SOmmer 2016 einen neuen Bischof bekommt.

Grothe, der am 26. März 2014 von Papst Franziskus zum Apostolischen Administrator in Limburg ernannt wurde, hatte in der jüngeren Vergangenheit wiederholt erläutert, auch wenn Tebartz-van Elst als "Delegat für Katechese" Gehalt beziehe, bleibe er emeritierter Bischof von Limburg. Insofern sei das Bistum ihm verpflichtet.

Tebartz-van Elst hatte dem Papst im Oktober 2013 seinen Rücktritt vom Amt des Bischofs von Limburg angeboten. Fünf Monate später nahm der Papst den Amtsverzicht an. Neben einer von vielen als autoritär empfundenen Amtsführung hatten eine Empörungswelle über die Baukosten des Bischofshauses auf dem Limburger Domberg in Höhe von rund 31 Millionen Euro und die Verschleierung dieser Kosten entscheidend zum Rücktritt des Bischofs beigetragen.

Neuer Limburger Bischof im Sommer 2016?

Unterdessen rechnet man im Bistum Limburg bis zum Sommer kommenden Jahres mit einem neuen Bischof. Weihbischof Grothe erklärte am Mittwoch in Limburg, kürzlich von ihm im Vatikan geführte zahlreiche Gespräche bewerte er als "Zeichen dafür, dass die Eröffnung des offiziellen Verfahrens zur Besetzung des Bischofsstuhles in Limburg nun zeitnah beginnt und bis zum Sommer 2016 ein neuer Diözesanbischof gefunden ist".

Grothe, der sich Mitte November im Rahmen eines Ad-Limina-Besuchs der deutschen Bischöfe im Vatikan aufgehalten hatte, sagte, in den Gesprächen dort sei auch immer wieder auf den Weg der Aufarbeitung und Neuausrichtung im Bistum Limburg geblickt worden. Das synodale Miteinander im Bistum und die verlässliche Arbeit in der Zeit nach dem Amtsverzicht von Tebartz-van Elst werde "gesehen, anerkannt und wertgeschätzt". (stz/KNA)

Themenseite: Der Fall Tebartz-van Elst

Über Monate bestimmten der Skandal um den Limburger Bischof Fanz-Peter Tebartz-van Elst und der Bau am Domberg die mediale Berichterstattung. Am Ende stand der Rücktritt des Oberhirten. Katholisch.de dokumentiert alle wichtigen Stationen des Konflikts.