Studenten bei einer Vorlesung an einer Universität.
Katholisch-theologischen Fakultäten wollen Studentenzahlen wieder steigern

Sorge über weniger Volltheologen

Wissenschaft - "Das Vollstudium ist das Kerngeschäft der Fakultäten, und wenn dort die Zahlen sinken, bedeutet das auch ein Ausbluten der kirchlichen Berufe." Der Vorsitzende des Katholisch-Theologischen Fakultätentags, Alfons Knoll, will die Zahlen wieder steigern.

Münster - 29.01.2016

Gemeinsam mit der Deutschen Bischofskonferenz und den Zentren für "Berufe der Kirche" solle eine entsprechende Strategie entwickelt werden, so der Regensburger Fundamentaltheologe. Anders als vor 20 Jahren stellten heute die Lehramtsstudenten die Mehrheit an den theologischen Fakultäten, sagte Knoll. Es gehe viel stärker darum, was den Beruf des Religionslehrers ausmache. "Wir haben deshalb auch die Institute für Katholische Theologie als Mitglieder aufgenommen, die Religionslehrer ausbilden und nicht einer Katholisch-Theologischen Fakultät angehören." Einstweilen versuchten die Fakultäten etwa beim Katholikentag und im Internet auf ihr Angebot aufmerksam zu machen.

Ein Theologiestudium sei wegen seiner breiten Fächerung in Kirchengeschichte, Philosophie, Bibelexegese, Liturgie und Pastoral empfehlenswert, so der Wissenschaftler. "Das geht über die theoretische Durchdringung eines Philosophiestudiums hinaus."

Angehende Religionslehrer, die ins Vollstudium wechseln

Die Studierenden könnten aus ihrem Studium auch Konsequenzen für ihr Christsein ableiten. "Natürlich muss mich der Glaube interessieren, und da müssen auch wir feststellen, dass in den Gemeinden die Zahl junger Leute und potenzieller Theologiestudenten weniger wird", so der Wissenschaftler. "Aber ich stelle auch immer wieder fest, dass angehende Religionslehrer so großes Interesse an der Theologie entwickeln, dass sie in ein Vollstudium wechseln."

Knoll äußerte sich anlässlich der Jahresversammlung des Katholisch-Theologischen Fakultätentags von Sonntag bis Dienstag in Münster. Dabei wird am Sonntag der frühere Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, der Mainzer Kardinal Karl Lehmann, einen Vortrag über das Verhältnis von Theologie und Kirche halten. Ebenso sprechen der neue Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Thomas Sternberg, und die Münsteraner Theologie-Professorin Dorothea Sattler. (KNA)