Ein Mann betrachtet auf dem Bildschirm die digitalisierte Form einer Schriftrolle aus den Höhlen von Qumran.
Bild: © KNA
Neue kritische Editionen der 2.000 Jahre alten Bibel-Texte

Deutsch-israelisches Projekt zu Qumran-Rollen

Geschichte - Ein deutsch-israelisches Forschungsprojekt will virtuelles Arbeiten an den Qumran-Handschriften ermöglichen. Geplant sind neue kritische Editionen der 2.000 Jahre alten Texte, wie die Israelische Antikenbehörde am Dienstag mitteilte.

Jerusalem - 23.02.2016

An dem Projekt beteiligen sich den Angaben zufolge die Göttinger Akademie der Wissenschaften sowie die Universitäten Haifa und Tel Aviv. Die Deutsch-Israelische Projektkooperation (DIP), ein Exzellenzprogramm des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, fördere die Arbeiten mit 1,6 Millionen Euro, hieß es.

Das aktuelle Projekt will laut der Antikenbehörde eine virtuelle Plattform schaffen, die Forschern weltweit eine gleichzeitige Arbeit an der Erschließung der Texte erlaubt. Ferner soll das Qumran-Lexikon der Göttinger Wissenschaftsakademie in die Datenbank integriert werden. Ziel ist eine Verknüpfung von Text- und Bilddateien, die künftigen Nutzern gestattet, zwischen dem Originaltext der Handschriften, deren Übersetzungen, Wörterbucheinträgen und Paralleltexten zu wechseln. Bereits 2012 wurden die Schriftrollen, die zu den wichtigsten archäologischen Funden des 20. Jahrhunderts gehören, digitalisiert und in einer Online-Datenbank zugänglich gemacht. Sie enthält hochauflösende Bilder in verschiedenen Wellenlängenbereichen.

Die Qumran-Schriftrollen wurden in den 1940er-Jahren in Höhlen beim Toten Meer gefunden. Sie enthalten 2.000 Jahre alte jüdische Texte, darunter auch Abschriften aus der Bibel. (KNA)

Linktipp: Bibel digital

Die Schriftrollen von Qumran sind online. Das hat am Dienstag die israelische Antikenbehörde bekannt gegeben. Interessierte können sich ab sofort in einer digitalen Bibliothek knapp 1.000 der Schriftstücke in hoher Auflösung anschauen. Sie wurden mit einer Spezialkamera abfotografiert.