Zahl erreicht niedrigsten Stand seit neu geregelter Erfassung

Zahl der Abtreibungen geht weiter zurück

Aktualisiert am 09.03.2016  –  Lesedauer: 
Statistik

Wiesbaden ‐ In Deutschland geht die Zahl der jährlichen Abtreibungen weiter zurück. Laut Statistischem Bundesamt gab es im Jahr 2015 die wenigsten Schwangerschaftsabbrüche seit Beginn der Statistik im Jahr 1996. Doch zuletzt zeigte der Trend wieder leicht aufwärts.

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Verharrten die Zahlen der Abbrüche in den 90er Jahren zunächst um die 130.000, so erreichten sie 2001 den Höchststand von 134.964. Seit 2004 sinken die Werte stetig. Knapp drei Viertel (73 Prozent) der im Jahr 2015 betroffenen Frauen waren zwischen 18 und 34 Jahre alt, 16 Prozent zwischen 35 und 39 Jahre. Rund 8 Prozent der Frauen waren 40 Jahre und älter. Die unter 18-Jährigen hatten einen Anteil von 3 Prozent. Rund 39 Prozent der Frauen hatten vor dem Schwangerschaftsabbruch noch keine Lebendgeburt.

Weiter hieß es, 96 Prozent der gemeldeten Schwangerschaftsabbrüche seien nach der Beratungsregelung vorgenommen worden. Medizinische und kriminologische Indikationen waren in 4 Prozent der Fälle die Begründung für den Abbruch. Die meisten Schwangerschaftsabbrüche (64 Prozent) wurden mit der Absaugmethode (Vakuumaspiration) durchgeführt, bei 19 Prozent wurde die sogenannten Abtreibungspille Mifegyne verwendet. Die Eingriffe erfolgten den Angaben der Behörde zufolge überwiegend ambulant - rund 78 Prozent in gynäkologischen Praxen und 19 Prozent ambulant im Krankenhaus. 7 Prozent der Frauen ließen den Eingriff in einem Bundesland vornehmen, in dem sie nicht wohnten.

Mehr Abtreibungen zum Ende des Jahres

Mit Blick auf die jüngsten Quartalszahlen verzeichneten die Statistiker allerdings entgegen dem mehrjährigen Abwärtstrend eine steigende Zahl von Abtreibungen. Im vierten Quartal 2015 wurden rund 24.300 Schwangerschaftsabbrüche gemeldet, das waren 3,7 Prozent mehr als im vierten Quartal 2014. (KNA)

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Linktipp: Woelki kritisiert Abtreibungspraxis scharf

Der Kölner Kardinal Woelki hat die Abtreibungspraxis in Deutschland angeprangert. Der Erzbischof verwies auf Zahlen des Statistischen Bundesamtes, wonach es seit langem bundesweit pro Jahr rund 100.000 Schwangerschaftsabbrüche gibt.