Ukrainische Bischöfe begrüßen Initiative des Papstes

Katholiken sammeln am Sonntag für Ukraine

Aktualisiert am 19.04.2016  –  Lesedauer: 
Kirche

Vatikanstadt/Wien  ‐ In den katholischen Gottesdiensten in ganz Europa wird am Sonntag Geld für die notleidende Bevölkerung in der Ukraine gesammelt. Damit solle die Solidarität der Kirche mit der leidenden Bevölkerung zum Ausdruck gebracht werden, so Papst Franziskus.

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Der Krieg in der Ostukraine hat bislang fast 10.000 Tote gefordert; zehntausende Menschen wurden verletzt, hunderttausende sind traumatisiert. Fast zwei Millionen Ukrainer wurden im eigenen Land zu Binnenvertriebenen, mehr als eine Million flüchteten ins Ausland. Insgesamt sind mehr als 5 Millionen Menschen von den Wirren des Krieges betroffen, darunter mehr als 1,7 Millionen Kinder.

Bischof Borys Gudziak, Außenbeauftragter der ukrainischen griechisch-katholischen Kirche, begrüßte die Initiative des Papstes im Interview der Presseagentur Kathpress. Sie sei vor allem auch eine große moralische Hilfe für das ukrainische Volk. Der Westen ignoriere weitgehend, dass der Krieg in der Ukraine immer noch andauere, trotz eines Waffenstillstandsabkommens. Die Bevölkerung sei erschöpft und "am Limit", so der Bischof. Das ukrainische Volk ertrage die Leiden des Krieges mit großer Würde und viel interner gegenseitiger Solidarität. Das habe es für den Westen bislang leicht gemacht wegzuschauen. Damit müsse Schluss sein.

Sonderspende der deutschen Bischöfe

Die deutschen Bischöfe stellen der Ukraine-Initiative des Papstes zusätzlich 500.000 Euro als Spende zur Verfügung. Die Sonderspende solle ein "Zeichen der Solidarität mit den Anliegen des Heiligen Vaters" sein, wie die Deutsche Bischofskonferenz am Dienstag mitteilte. Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, zeigte sich dankbar, dass der Papst mit seiner Initiative auf die anhaltend schlechte Situation vieler Menschen in der Ukraine aufmerksam gemacht habe. "Die Wirtschaft liegt darnieder, viele haben kaum das Nötigste zum Leben. Papst Franziskus hat den Blick der wohlhabenden Länder unseres Kontinents auf diese Wirklichkeit gelenkt. Die deutschen Bischöfe und die Katholiken in unserem Land leisten gerne ihren Beitrag zur Hilfe für die betroffenen Menschen", so Marx. Der Kardinal erinnerte auch an die traditionelle Renovabis-Kollekte am Pfingstsonntag. Das Osteuropa-Hilfswerk lege bereits seit vielen Jahren einen Schwerpunkt auf die Hilfe für die Ukraine. (kim/KNA)

19.04., 17:50 Uhr: Ergänzt um die Spende der deutschen Bischöfe

Linktipp: "Die Ukraine nicht allein lassen"

Obwohl offiziell Waffenruhe gilt, herrschen im Osten der Ukraine Chaos und Gewalt. Bischof Stephan Ackermann ist Vorsitzender der Deutschen Kommission Justitia et Pax. Für den Bischof ist klar, dass es einen langen Atem und viel Geduld braucht, bis der Konflikt im Land überwunden ist. Ein Interview.