Ein Mann läuft in einer Baustelle herum.
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Arbeiten an zerstörtem Atrium auf acht Monate angesetzt

Wiederaufbau in Tabgha beginnt

Israel - Gut ein Jahr ist es her, dass das Kloster Tabgha am See Genezareth Opfer eines Brandanschlags wurde. Jetzt beginnt der Wiederaufbau - doch bis das Atrium wieder nutzbar ist, dauert es noch eine ganze Weile.

Köln - 13.07.2016

In der Nacht auf den 18. Juni 20015 hatte ein Feuer das Atrium der berühmten Kirche zerstört und angrenzende Teile des Benediktiner-Klosters beschädigt, in denen Büroräume untergebracht sind. Nach Ermittlungen hatte die israelische Polizei junge jüdische Extremisten der Tat verdächtigt und festgenommen. Die Männer stehen derzeit vor Gericht.

Tabgha fasziniert weiterhin

Für die Zeit des Wiederaufbaus könne es für die Besucher zu Belästigungen wegen Lärm und Staub kommen, erklärt Prior Basilius Schiel laut der Mitteilung. Auch der Zugang zur Kirche werde zeitweise eingeschränkt sein. Er freue sich jedoch auf die Zeit, wenn das Atriums wieder wie früher genutzt werden könne: "Denn auch das hat dieses schwierige Jahr uns gelehrt: Die biblische Botschaft von Tabgha berührt die Menschen weiterhin, im Heiligen Land und darüber hinaus, und sie will weitererzählt und verkündigt werden", so der Prior wörtlich.

Kloster Tabgha brennt

Das brennende Kloster Tabgha im Juni 2015.

Nach dem Anschlag waren mehrere Tausend Menschen nach Tabgha gekommen und hatten mit Gesängen, Gebeten und Demonstrationen ihrer Solidarität zu den Ordensleuten Ausdruck verliehen.

Der Wiederaufbau finanziert sich aus Zuschüssen des israelischen Staates, des Benediktinerordens und aus Spenden. Vor einigen Wochen war die Baugenehmigung für das Projekt erteilt worden. Auch die Dormitio-Abtei in Jerusalem, zu der das Kloster in Tabgha gehört, war in den vergangenen Jahren mehrfach angegriffen worden. (gho)

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Als Mitte Mai im Kloster Tabgha Feuer ausbrach, gehörte Sophie Seiler zu denen, die die Flammen bekämpften. Die 19-Jährige arbeitet als Freiwillige in der Kloster-Begegnungsstätte. Trotz des Erlebnisses sieht sie keinen Grund, das Land zu verlassen.