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Wie Malu Dreyer Glaube und Politik vereinbart

Seit 2013 führt Malu Dreyer die Regierung des Landes Rheinland-Pfalz - und seit 2016 gehört sie dem ZdK an. Auf dem Katholikentag hat sie über das Zusammenspiel von Glauben und Politik gesprochen. Dabei ging es um das Werbeverbot für Abtreibungen, die Kreuz-Debatte die AfD-Einladung zum Katholikentag.

Mit der AfD müsse man den Streit suchen, meint Malu Dreyer. "Die Bürgerinnen und Bürger in Deutschland haben dafür gesorgt, dass sehr viele AfD-Abgeordnete im Bundestag sitzen", so Dreyer. Deshalb müsse man sich such mit ihnen auseinandersetzen und könne nicht so tun, als gäbe es sie nicht. Natürlich spreche einiges gegen die Einladung der AfD zum Katholikentag. Doch AfD-Politiker müssen ihrer Meinung nach zeigen, wer sie eigentlich sind und welche Thesen sie vertreten. "Ich traue es dem Katholikentag zu, dass sich am Ende jeder sein Urteil bilden kann."

Auch persönlich wurde Dreyer im Interview. Sie ist durch Multiple Sklerose (MS), eine chronische Erkrankung des zentralen Nervensystems, gehandicapt. Ihr persönlicher Glaube habe ihr in dieser schwierigen Situation sehr geholfen. Und eine Besucherin des Katholikentages habe ihr gesagt, dass sie ihr Mut mache: "Mit MS kann man auch Ministerpräsidentin werden." Die Krankheit stehe bei Dreyer nicht im Vordergrund.

Die Debatte über Paragraf 219a, das Werbeverbot für Abtreibungen, hält die Ministerpräsidentin für "unsäglich". "Niemand möchte das Paket um Paragraf 218 aufschnüren. Wir müssen nun einen Kompromiss finden, wie wir 219a gestalten." Wichtig sei dabei die Klarstellung, was Information von Werbung unterscheide. Und, dass Ärzte nicht kriminalisiert würden.

Über Papst Franziskus äußerte sich die Katholikin positiv. Sie halte ihn für einen mutigen Papst, das zeige sein Umgang mit Wiederverheirateten oder konfessionsverbindenden Paaren. Als Papst habe er wichtige Debatten angestoßen, die es nun umzusetzen gilt.

Den Kreuz-Erlass für Bayern kritisierte sie. Der Staat dürfe nicht sagen, dass ihm eine Religion wichtiger als eine andere sei: "Wir haben keine Staatsreligion." Sie verwies ihn diesem Zusammenhang auf die Religionsfreiheit und den Wert der freiheitlichen Ordnung in Deutschland.

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