Eine Menschenmenge zieht mit Kerzen durch die dunklen vatikanischen Gärten.
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Berliner Katholiken gedenken während Romwallfahrt der Wiedervereinigung

Berliner Mauer im Vatikan

Rund 1.500 Pilger aus dem Erzbistum Berlin haben zusammen mit ihrem neuen Erzbischof Heiner Koch in Rom der Wiedervereinigung vor 25 Jahren gedacht. In einer Lichterprozession durch die Vatikanischen Gärten zogen sie zu den Überresten eines berühmten Bauwerks.

Vatikanstadt - 22.10.2015

Die Pilger aus Berlin beteten in den Vatikanischen Gärten gemeinsam mit dem griechisch-melkitischen Patriarchen Gregoire III. Laham für Frieden im Nahen Osten. Laham rief dazu auf, auch für den Fall "der Mauer in Bethlehem" zu beten. Zudem bedankte er sich für die Aufnahme von Flüchtlingen in Deutschland. Die Kollekte des Gottesdienstes war für das "Caritas Baby Hospital" in Bethlehem bestimmt. Koch und Laham nehmen an der derzeit in Rom tagenden Bischofssynode über Ehe und Familie teil.

Ein Stück Mauer in den vatikanischen Gärten

Zuvor waren die Pilger aus dem deutschen Hauptstadtbistum in einer Lichterprozession vom Petersdom zur Lourdes-Grotte in den Vatikanischen Gärten gezogen. Dort hielt Kardinal Angelo Comastri mit den Gästen aus Berlin eine Marienandacht. Der italienische Geistliche ist Erzpriester des Petersdoms und damit eine Art Hausherr der Kirche.

Das in den Vatikanischen Gärten aufgestellte Segment der Berliner Mauer war 1990 vom italienischen Künstler Marco Piccininni ersteigert worden, der es 1994 dem Vatikan schenkte. Das Stück stammt aus Berlin-Mitte. Dort teilte es die katholische Gemeinde Sankt Michael. Die Kirche der Gemeinde stand im Ostteil der Stadt, ein großer Teil der Gemeinde gehörte jedoch zu Westberlin. 1986 schuf der in Berlin lebende iranische Künstler Yadegar Asisi an dieser Mauerstelle ein Bild, das die Kirchenwand von Sankt Michael skizziert.

Papst begrüßt Pilger

Zum Auftakt ihrer fünftägigen Wallfahrt hatten die Pilger aus der deutschen Hauptstadt am Mittwoch an der Generalaudienz auf dem Petersplatz teilgenommen. Papst Franziskus begrüßte sie hierbei ausdrücklich.

Die Berliner Katholiken wollen mit der Wallfahrt nach Angaben der Organisatoren auch ihre Dankbarkeit gegenüber Papst Johannes Paul II. (1978-2005) zum Ausdruck bringen. Der aus Polen stammende Papst trug durch seine Unterstützung für die polnische Gewerkschaft Solidarnosc in den 1980er Jahren zur Überwindung der kommunistischen Diktaturen in Mittel- und Osteuropa bei. (KNA)