Diakon soll 15-jährige Ministrantin vergewaltigt haben
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Seit Mai in Untersuchungshaft

Diakon soll 15-jährige Ministrantin vergewaltigt haben

Wieder ein schwerer Missbrauchsvorwurf in der Kirche: Ein Diakon soll sich auf einer Ministrantenfahrt an einer 15-Jährigen vergangen haben. Das Erzbistum München und Freising reagierte sofort.

München - 29.11.2018

Ein 65-jähriger Diakon wird beschuldigt, eine 15-jährige Ministrantin sexuell belästigt und vergewaltigt zu haben. Die Tat soll sich Anfang Mai ereignet haben, seitdem sitzt der Mann in Untersuchungshaft, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft München I. am Donnerstag auf Anfrage. Ereignet habe sich der Übergriff auf einer Ministrantenfahrt nach Nürnberg. Noch am Abend sei er festgenommen worden.

Die Anklage werde relativ bald vor dem Schöffengericht beim Amtsgericht verhandelt, da es sich um eine Haftsache handele, so die Sprecherin. Da es sich um einen besonders schweren Fall einer Sexualstraftat handele, liege das Strafmaß bei mindestens zwei bis zu 15 Jahren.

Umgehend entpflichtet

Der Geistliche wurde sofort nach seiner Festnahme von seinem Dienst in der Kirchengemeinde entpflichtet, wie ein Sprecher des Erzbistums München und Freising mitteilte. Der Diakon habe in der Kroatischen-Katholischen Mission in der Landeshauptstadt gearbeitet.

Die Deutsche Bischofskonferenz hatte Ende September eine umfassende Studie zum Thema Missbrauch veröffentlicht. Ermittlern helfe diese aber kaum bis gar nicht, mögliche Straftaten aufzuklären, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Hans Kornprobst. Aus den veröffentlichten Zahlen seien keine Tatorte, Tatzeiten oder gar Tatverdächtige ablesbar. Daher habe die Behörde bislang keine Ermittlungsverfahren gegen Geistliche mit Bezug zu der Studie eingeleitet. Anderen Strafverfolgungsbehörden gehe es ähnlich, sagte Kornprobst. (tmg/KNA/dpa)