Initiative "Maria 2.0"
Mahnwachen und "kreative Aktionen"

"Maria 2.0": Frauen im Südwesten planen weitere Proteste

Unter dem Motto "Maria 2.0" haben tausende Frauen im Mai deutschlandweit eine Woche lang die Kirche bestreikt. Frauenverbände aus den Diözesen Freiburg und Rottenburg-Stuttgart haben nun weitere Proteste sowie "kreative Aktionen" angekündigt.

Stuttgart/Freiburg - 06.06.2019

Die baden-württembergischen Aktivistinnen von "Maria 2.0" wollen ihre Proteste für Geschlechtergerechtigkeit und Priesterinnenweihe in der katholischen Kirche fortführen. In Freiburg ist am Rande der Bischofsweihe von Münsterpfarrer Christian Würtz am 30. Juni die nächste Protestaktion geplant. In der Diözese Rottenburg-Stuttgart kündigte der Deutsche Katholische Frauenbund (KDFB) weitere "kreative Aktionen" an.

"Das bisherige Machtgefüge, das Frauen per se von allen Ämtern ausschließt, muss aufgebrochen werden, wenn die Kirche zukunftsfähig sein will", sagte die Rottenburger KDFB-Diözesanvorsitzende Karin Walter am Donnerstag. Die Kirche stehe an einem Wendepunkt. Bislang habe es in der württembergischen Diözese rund 50 Aktionen wie Gottesdienste, Flashmobs oder Infostände gegeben.

In Freiburg wollen die Katholikinnen künftig sonntags regelmäßige Mahnwachen auf dem Münsterplatz organisieren. "Weil uns Glaube und kirchliche Gemeinschaft wichtig sind, kämpfen wir um Gleichberechtigung in den kirchlichen Strukturen", heißt es in dem Aufruf zur Teilnahme für die Protestaktion am 30. Juni. Beteiligen wollen sich demnach auch katholische Jugendverbände.

Die Initiative "Maria 2.0" begann im Bistum Münster und dehnte sich auf ganz Deutschland aus. Mitte Mai bestreikten katholische Frauen eine Woche lang die Kirche. Sie protestierten damit gegen eine männerdominierte Kirche sowie für eine umfassende Aufarbeitung der Fälle sexueller Gewalt und den Zugang von Frauen zu den Weiheämtern. Auch in Baden-Württemberg beteiligten sich mehrere Tausend Frauen an den Aktionen. (mal/KNA)