Vatikan und Rom im Kleinformat bereichern Hamburger Miniatur Wunderland

Die ewige Plastik-Stadt

Aktualisiert am 28.09.2016  –  Lesedauer: 
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Hamburg ‐ Im "Miniatur Wunderland Hamburg" entsteht gerade ganz Italien aus Kunstharz, auf 190 Quadratmetern, mit 30.000 Figuren. Mit dabei natürlich: Rom und der Vatikan - mit dem Papst an einem besonderen Tag.

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Der Papst ist in der Werkstatt. Könnte sein, dass er noch aushärtet oder trocknet, bevor man ihn auf den Petersplatz stellt. Im Moment wäre er aber auch sehr allein im Vatikan, denn der Apostolische Palast ist noch nicht da, die Kolonnaden nicht und der Petersdom wird gerade verkabelt. Das kirchenstaatliche Ensemble gehört zu einem neuen Bereich im "Miniatur Wunderland Hamburg", der bald eröffnet wird: Italien - nach dreijähriger Bauzeit und fünf Jahren der Planung.

Noch ist es allerdings nicht soweit, besonders in Rom selbst gibt es für die Modellbauer noch einiges zu tun. Der Trevi-Brunnen ist noch nicht platziert, viele Menschenfiguren fehlen und der Vatikan ist eine komplette Baustelle. Momentan wird der Tiber perfektioniert. Der Fluss besteht aus Kunstharz und ist von blassem Blau. Jetzt sollen kleine, träge Wellen hineingetupft werden, damit der Tiber auch so aussieht, als fließe er träge.

Bild: ©dpa/Daniel Reinhardt

Eine winzige Papst-Figur winkt in einer Werkstatt des "Miniatur Wunderlandes" in Hamburg aus einem Modellgebäude des Petersdoms. Gezeigt wird die Szene, als Franziskus sich nach seiner Wahl am 13. März 2013 dem Volk zeigte.

Das "Miniatur Wunderland Hamburg" wurde 2011 in einem alten Speicher in der HafenCity eröffnet. Ursprünglich als größte Modelleisenbahn der Welt geplant, beherbergt es bis dato schon Modellbau-Abschnitte zur Schweiz, Skandinavien, Amerika, Hamburg und der deutschen Küste.

Mehr als ein Dutzend italienischer Kirchen

Im Bau befinden sich gerade Frankreich und Italien. Apulien ist aus Kunstharz erstanden, Südtirol auch, Venedig wird einfach nicht rechtzeitig fertig werden. Cinque Terre ist dagegen schon von etlichen Touristenfigürchen bevölkert. Rom trocknet. Pompeji ist schon fertig und mit ihm der Vesuv. Er ist so konstruiert, dass er mehrmals am Tag überzeugend ausbrechen kann. Elektrische Förderbänder transportieren dafür glühendes Magma hoch und runter. 60 Mitarbeiter kümmern sich um die Erschaffung Italiens aus Kunstharz.

Im Italienabschnitt sollen bei der Eröffnung 13 oder auch 15 Kirchen stehen. So genau weiß der Chefmodellbauer Gerhard Dauscher das nicht, denn er steckt gerade mit der Nase im Tiber und ist ausschließlich mit dessen Erscheinungsbild befasst. Eine der Kirchen ist - natürlich - der Petersdom.

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Er wurde im Maßstab 1:150 gefertigt, sogar einige Originalbaupläne haben die Modellbauer dafür einsehen dürfen. In der Werkstatt hält eine Mitarbeiterin die Kathedrale gerade falsch herum in den Armen und verkabelt sie, damit sie später auch leuchten kann. Die Kuppel ruht auf einem Nebentisch. Schneeweiß ist Sankt Peter nicht - das würde unecht wirken, denn das real existierende Vorbild ist ja mehrere hundert Jahre alt. Das Rom aus Plastik gleicht wie das große Original einer ewigen Baustelle. Schon in wenigen Tagen soll es im LED-Glanz erstrahlen.

Für den 28. September ist die Eröffnung geplant. Ob die Sixtinische Kapelle rechtzeitig fertig wird? Auf der Spanischen Treppe ist schon ziemlich viel Figurenbetrieb. Immerhin: Roma Termini ist bereit, Hauptbahnhof der italienischen Hauptstadt. Rund 2.400 Meter Gleise sind im ganzen Miniatur-Italien verlegt worden, darauf kreisen 110 Züge. Der Mini-Termini gleicht seinem Vorbild auf beeindruckende Weise - nur zum Vatikan scheint es von hier aus deutlich näher zu sein.

Von Christina Rietz (KNA)