Piusbrüder werden Opfer von Moscheeverbot
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Gericht verbietet gottesdienstliche Nutzung von Immobilie

Piusbrüder werden Opfer von Moscheeverbot

Die Traditionalisten kauften nahe Mailand eine Immobilie - Gottesdienste dürfen sie dort aber nicht feiern. Grund ist eine Maßnahme der örtlichen Regierung, die eigentlich ein ganz anderes Ziel hatte.

Mailand - 12.03.2017

Eine Gemeinde katholischer Traditionalisten in Norditalien ist Opfer eines Moscheeverbots geworden. Die vom Papst getrennten Piusbrüder hatten in Seregno eine Immobilie gekauft und dort eine Kirche eingerichtet. Wie die italienische Tageszeitung "Avvenire" am Wochenende berichtete, verbot jedoch ein Verwaltungsgericht die gottesdienstliche Nutzung. Grund sei ein vom lombardischen Regionalparlament 2015 verabschiedetes Verbot der Umwidmung von Gewerberäumen in Kultstätten. Im Visier der in Mailand regierenden rechten Lega Nord standen eigentlich Moscheegründungen.

Anhörung vor dem Staatsrat

Der Anwalt der Traditionalisten hoffe dennoch auf einen Ausweg, hieß es. Er berufe sich auf eine Zusage der Stadt Seregno, die Räumlichkeiten liturgisch nutzen zu dürfen. Dies wird laut "Avvenire" von Bürgermeister Edoardo Mazza indessen bestritten. Ende März soll die Sache dem Bericht zufolge vor dem Staatsrat in Rom, einer Art oberstem Verwaltungsgericht, gehört werden. (KNA)

Linktipp: Traditionalisten

Lange spielten sie in der öffentlichen Wahrnehmung kaum eine Rolle. Doch als Papst Benedikt XVI. die Messe nach tridentinischem Ritus 2007 wieder erlaubte, fanden auch sie wieder mehr Beachtung: die Traditionalisten. Die bekanntesten unter ihnen sind die Piusbrüder.