Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer
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Kirche dürfe nicht auf weltlich-politische Größe verkürzt werden

Voderholzer: Innerkirchliche Diskussion um Macht ist "fruchtlos"

Gläubige, die eine größere Beteiligung von Laien an der Leitung der Kirche fordern, berufen sich oft auf das Zweite Vatikanische Konzil. Bei diesem Thema habe das Konzil jedoch andere Vorgaben gemacht, sagt Regensburgs Bischof Rudolf Voderholzer.

Regensburg - 18.04.2019

Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer hat innerkirchliche Diskussionen um Fragen von Macht und Partizipation als "fruchtlos" bezeichnet. Damit werde die Kirche auf eine weltlich-politische Größe verkürzt, kritisierte Voderholzer am Gründonnerstag. Die Berufung von Reformern auf das Zweite Vatikanische Konzil (1962-1965) greife nicht. Gerade dieses Konzil habe die Rolle der Bischöfe gestärkt. Ihre Verantwortung für den Glauben und dessen Weitergabe sei nicht delegierbar oder an Synoden abzutreten.

Voderholzer warnte vor einem Denken in der Kirche, das sich in einer "geradezu klassenkämpferischen Konkurrenz von 'oben' und 'unten'" bewege. Fruchtbarkeit und Glaubwürdigkeit der Kirche hingen vom Miteinander der verschiedenen Ämter und Berufungen ab. Am Beispiel von Zölibat und Ehe könne man sehen, "wie sehr das eine vom anderen abhängt". Wo die Bedeutung der Ehe als Keimzelle der Familie und die in ihr gründende Hauskirche verdunste, dort schwinde auch das Verständnis für die Ehelosigkeit um des Himmelreiches willen und umgekehrt. (rom/KNA)