Arturo Sosa im Portrait
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Diskussionen um Amazonas-Synode

Jesuitengeneral Sosa: Es gibt einen Kampf in der Kirche

Der Generalobere des Jesuitenordens hat sich an die Kritiker der Amazonas-Synode gewendet. Synoden seien kein Schisma, sondern das Gegenteil davon, sagte er. Laut Sosa geht es bei den aktuellen Streitigkeiten um nicht weniger als das Erbe des Konzils.

Rom - 16.09.2019

Der Generalobere des Jesuitenordens, Arturo Sosa, sieht Kritik an Papst Franziskus und Bischofssynoden als Ausdruck eines Kampfs innerhalb der Kirche. "Ich glaube der Kampf ist, ob man wirklich die vom Zweiten Vatikanischen Konzil erträumte Kirche will, oder nicht", sagte er am Montag vor internationalen Journalisten in Rom. Papst Franziskus sei ein "Kind des Vatikanischen Konzils" und tue alles für dessen Umsetzung.

Sosa: Synoden sind kein Schisma

Mit dem von Papst Johannes XXIII. (1958-1963) einberufenen Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) begann eine Erneuerung in Struktur und Liturgie der katholischen Kirche sowie ihre Öffnung zum Dialog mit anderen Konfessionen und Religionen.

Zum Thema Synode sagte Sosa, solche Bischofsversammlungen seien das genaue Gegenteil eines Schismas. Es gehe bei den Bischofstreffen darum, sich auszutauschen und gemeinsam Lösungen zu finden. Franziskus werbe für Synodalität, gerade auch als Mittel im Kampf gegen Klerikalismus.

Zuletzt hatte es innerhalb der katholischen Kirche erneut deutliche Kritik an der von Papst Franziskus einberufenen Amazonas-Synode (6. bis 27. Oktober) gegeben. Sie soll unter anderem über neue Formen von Seelsorge in Gebieten mit wenigen Priestern beraten, die Rechte von Indigenen stärken und den Umweltschutz in Lateinamerika in den Blick nehmen.

Papst Franziskus muss derzeit mit einiger Kritik umgehen.

Laut Medienberichten äußerten sich die Kardinäle Walter Brandmüller und Raymond Burke per Brief kritisch zum Vorbereitungspapier der Synode, dem so genannten "Instrumentum laboris". Angesichts der aktuellen Debatten sehe er die Gefahr, dass selbst der priesterliche Zölibat in Frage gestellt werden könnte, so der deutsche Kardinal Brandmüller. Alle Kardinäle müssten sich Gedanken darüber machen, wie mit möglicherweise "häretischen" Entscheidungen der Synode umzugehen sei.

"Diese Attacken gegen das Instrumentum laboris der Amazonas-Synode sind die gleichen, die es auch gegen das Instrumentum laboris der Jugendsynode und noch mehr bei der Familiensynode gab", sagte Sosa zu solcher und ähnlicher Kritik. Franziskus sei unbeschwert und werde "tun, was seine Berufung ist", zeigte sich der Jesuitenobere überzeugt.

Bereits Ende August hatte der Ordensmann eine Verschwörung mit dem Ziel des Rücktritts von Papst Franziskus angeprangert. "Es gibt Menschen innerhalb und außerhalb der Kirche, die wollen, dass Papst Franziskus zurücktritt, aber er wird nicht zurücktreten", sagte er damals laut Medienberichten beim "Treffen für Freundschaft unter den Völkern" im italienischen Rimini.

Diese "Verschwörer" verfolgten eine Strategie, die über das Pontifikat von Franziskus hinausreiche. Eigentlich gehe es den Gruppierungen darum, "die Wahl des nächsten Papstes zu beeinflussen und die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass der nächste Papst den Weg, den Franziskus aufgezeigt und eingeschlagen hat, nicht vertieft", so Sosa.

Jesuiten im Dienst des Papstes

Mit Blick darauf, dass Papst Franziskus selbst dem größten katholischen Männerorden angehört, sagte  er jetzt: "Jesuiten stehen immer im Dienst des Papstes, egal wie er heißt." Er verwies diesbezüglich auch auf das Gelübde der Jesuiten, Gehorsam gegenüber dem Kirchenoberhaupt zu leisten. (KNA/bod/gho)

Linktipp: Offiziell: Amazonas-Synode wird über verheiratete Priester diskutieren

Jetzt ist es offiziell: Bei der kommenden Amazonas-Synode wird es auch um die Frage der Priesterweihe für verheiratete Männer und neue Ämter für Frauen in der katholischen Kirche gehen. Das geht aus dem heute veröffentlichten Arbeitspapier der Synode hervor. Das sind die weiteren Themen.