Magdalena Neuner beim Biathlon Weltcup 2010, Staffel der Frauen, im bayerischen Ruhpolding.
Rituale aus ihrer Kindheit wolle sie an ihre Kinder weitergeben

Magdalena Neuner: Gehe gerne in die Kirche

Kirchliche Hochzeit und die Taufe ihrer beiden Kinder: Der katholische Glaube ist für die ehemalige Biathlon-Athletin Magdalena Neuner sehr wichtig. Trotzdem hat sie mit einigen Aspekten der Religion auch ihre Schwierigkeiten.

Regensburg - 30.11.2019

Magdalena Neuner (32), ehemalige Biathlon-Königin, geht nach eigenem Bekunden gerne in die Kirche. Ihre kirchliche Hochzeit und die Taufe ihre beiden Kinder seien ihr "unheimlich wichtig", sagte die ehemalige Spitzensportlerin dem Regensburger Bistumsmagazin "Grandios". "Ich möchte auch, dass meine Kinder in diesem Glauben aufwachsen und trotzdem über den Tellerrand hinausschauen." Rituale aus ihrer eigenen Kindheit und die dabei vermittelten Werte wolle sie weitergeben.

In dem Interview räumte die oberbayerische Katholikin auch manche Schwierigkeiten in diesem Zusammenhang ein. "Ich habe zum Beispiel ein Problem damit, wenn ich in die Kirche gehe und am Anfang gleich sagen muss, dass ich ein Sünder bin und dass ich bereue und so. Dieses Unterwürfige behagt mir nicht." Sie glaube, "dass Gott uns so liebt, wie wir sind". Konfessionelle Unterschiede seien ihr dagegen "nicht so wichtig". Traurig mache sie auch "Rechthaberei zwischen Gläubigen oder wenn sich Menschen wegen ihrer Religion bekämpfen".

Ihr größter Lebenstraum sei eigentlich der Olympiasieg gewesen...

Neuner sagte, ihr größter Lebenstraum sei es gewesen, Olympiasiegerin zu sein. "Aber als meine Tochter auf der Welt war, war das einfach nochmal eine Stufe drüber." In diesem Moment habe sie gedacht: "Jetzt weiß ich, wofür ich eigentlich da bin."

In ihrer sportlichen Karriere habe sie sich "manchmal nicht so richtig über Dinge freuen" können. Als sie zeitweise nicht zur Weltspitze gehört habe, sei ihr "irgendwie die Dankbarkeit abhandengekommen". Mit Hilfe eines Mentalcoaches habe sie dann daran gearbeitet und wieder gelernt, auf das Positive zu schauen. "Aus dem Herzen dankbar zu sein, macht das Leben schöner."

Auch als Sportlerin habe ihr der Glaube geholfen, etwa in schwierigen Phasen, erzählte Neuner. So habe sie zweimal einen Burnout erlitten. "Gerade dann, wenn es mal nicht so gut läuft", sei es wichtig zu glauben, "dass da jemand ist, der uns hilft und dass es irgendwie gut wird im Leben". Dies zu können, sei auch ein Geschenk.

Die Doppelolympiasiegerin und zwölffache Weltmeisterin trat vor sieben Jahren vom Leistungssport zurück. Mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern lebt Neuner in ihrem Heimatort Wallgau im bayerischen Oberland. (KNA)