Generalvikar Peter Beer
Kardinal Marx würdigt sein Wirken

Münchner Noch-Generalvikar Beer wird Professor in Rom

Den Münchner Generalvikar Peter Beer zieht es nach Rom – als Professor. Mit einem Bein bleibt er aber in Bayern. Seine bisherigen Aufgaben als "Alter Ego" von Kardinal Reinhard Marx werden dagegen aufgesplittet.

München - 18.12.2019

Peter Beer (53), Münchner Generalvikar, wird Professor in Rom. Er wechselt ans Zentrum für Kinderschutz (CCP) an der Päpstlichen Universität Gregoriana. Seinen Vorsitz im Stiftungsrat der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU) behält der Niederbayer. Der gebürtige Kelheimer ist promovierter Theologe und Pädagoge. An der inzwischen geschlossenen Philosophisch-Theologischen Hochschule der Salesianer in Benediktbeuern lehrte er zeitweise als Honorarprofessor Religionspädagogik.

Der Münchner Kardinal Reinhard Marx würdigte am Dienstag Beers Engagement gegen Missbrauch. Als Generalvikar habe er die Aufarbeitung "wesentlich vorangebracht". Mit einer Unterbrechung ist der Geistliche seit 2012 Mitglied des wissenschaftlichen Beirats des CCP. Laut Marx war er zudem an der Vorbereitung und Veranstaltung des Anti-Missbrauchsgipfels mit Bischöfen aus aller Welt im Februar in Rom maßgeblich beteiligt.

Bisherige Aufgaben als Generalvikar werden aufgeteilt

Für seine Tätigkeit in Rom wird Beer vom Erzbistum München und Freising teilweise freigestellt. Er werde im Begegnungszentrum der Erzdiözese in Rom wohnen und dort als Hausgeistlicher wirken, hieß es. Auch an seinem weiteren Wohnort München werde er in der Seelsorge tätig bleiben. Vor seiner Priesterweihe 2002 in Freising arbeitete Beer einige Jahre als Religionslehrer an einer Münchner Grundschule. Ab 2006 leitete er das Katholische Büro, die zentrale Kontaktstelle zu Politik und Gesellschaft im Freistaat. Als Generalvikar fungierte er seit 1. Januar 2010. Seine bisherigen Aufgaben teilen sich künftig Generalvikar Christoph Klingan (42) und die Juristin Stephanie Herrmann (52), bisher Leitende Ministerialrätin im Bayerischen Wissenschaftsministerium. Beer hatte diese neue Struktur mit angestoßen.

Als Generalvikar war er von Anfang an als Krisenmanager gefragt, nicht nur im Umgang mit Missbrauch, sondern auch bei der 2014 eingetretenen Insolvenz des einstmals katholischen Medienhändlers Weltbild, die er als Aufsichtsratsvorsitzender des Unternehmens bis zu dessen Verkauf an einen privaten Investor begleitete. An der KU war Beer infolge mehrerer gescheiterter Präsidentenwahlen in eine mehrjährige Führungskrise involviert. Unter seiner Regie wurde in München ein neues Ordinariatsgebäude bezogen. Beer leitete die Offenlegung des kirchlichen Vermögens im Erzbistum ein und beteiligte sich an Überlegungen zur Neufassung des kirchlichen Arbeitsrechts.

Mit Erfolg betrieb Beer mit seinem damaligen Augsburger Amtskollegen Harald Heinrich den Erhalt von Benediktbeuern als Hochschulstandort. Die Salesianer hatten dort 2013 aus Kostengründen den Lehrbetrieb eingestellt. In seiner Amtszeit als Generalvikar übernahm das Erzbistum mehrere aufgelassene Klöster in Oberbayern. So wurde in Beuerberg 2015 ein Teil des Komplexes zu einer Flüchtlingsunterkunft umgebaut. Außerdem fanden dort inzwischen mehrere vom Freisinger Diözesanmuseum kuratierte, sehr gut besuchte Ausstellungen statt. (KNA)