Essens Bischof Franz-Josef Overbeck
Essener Oberhirte will aber "die Tür nicht zuschlagen"

Bischof Overbeck: Keine falsche Hoffnung zu Frauen als Priester

Frauen im Priester- und Bischofsamt? Der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck will diesbezüglich zwar keine falschen Hoffnungen wecken. Gleichzeitig gehöre er aber zu jenen, "die da die Tür nicht zuschlagen wollen".

Essen - 14.01.2020

Der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck will keine falschen Hoffnungen zu Frauen im Priester- und Bischofsamt wecken. "Aber ich gehöre auch zu den Bischöfen, die da die Tür nicht zuschlagen wollen", sagte er beim "Tag der pastoralen Dienste" des Ruhrbistums, wie die Diözese am Montagabend mitteilte. Die von den rund 400 teilnehmenden Priestern, Diakonen, Gemeinde- und Pastoralreferenten des Bistums eingebrachten Reformvorschläge zu den Arbeitsbedingungen der hauptamtlichen Seelsorger wolle er in den kommenden Monaten entweder in Kraft setzen, ablehnen oder in die Diskussion auf Ebene der Bundes- oder Weltkirche weitergeben.

Frage der Pfarreienleitung

Beim "Tag der pastoralen Dienste" ging es unter anderem um die Frage der Leitung der derzeit 42 Pfarreien des Ruhrbistums. Dies sei bis vor einigen Jahren noch "ein relativ tabuisiertes Thema" gewesen, sagte Generalvikar Klaus Pfeffer. Doch nun drohe wegen fehlender Priester doch der Moment zu kommen, in dem eine freie Pfarrstelle nicht mehr besetzt werden könne.

Laut Pfeffer arbeitet die Diözese auf der kleineren Gemeindeebene längst mit Gemeindereferenten oder ehrenamtlichen Teams als Gemeindeleitern. Nun suche die Bistumsleitung auch auf Pfarreiebene nach Alternativen zur alleinigen Leitung durch einen Pfarrer. Entscheidend sei dabei die Frage, wie eine Pfarreileitung etwa durch Nicht-Priester, Ehrenamtliche oder Teams gestaltet und trotzdem dem Kirchenrecht gerecht werden könne. Pfeffer erwartet, dass das Bistum hierzu noch in diesem Jahr eine Diskussionsgrundlage liefert und auch hier "eher einen Rahmen" vorstellen werde. "Möglicherweise werden wir für jede Pfarrei ein anderes Modell benötigen", so der Generalvikar.

Overbeck hatte sich in der jüngeren Vergangenheit mehrfach offen für Reformen in der Kirche gezeigt, auch was weitere Mitwirkungsmöglichkeiten von Frauen betrifft. "Persönlich kann ich es mir mittlerweile vorstellen, dass Frauen Priesterinnen werden", sagte der Bischof Anfang Dezember. Das träfe indes noch auf breiten Widerstand in der Kirche. Ein erster Schritt auf diesem Weg wäre seinen Worten zufolge, wenn auch verheiratete Männer Priester werden könnten. "Das würde manchen den Weg zum Priesteramt ermöglichen." (tmg/KNA)