Eine Indigene überreicht Papst Franziskus bei der Abschlussmesse der Amazonas-Synode eine Pflanze.
Bischöfe sollen sich mit Literatur auf Veröffentlichung vorbereiten

Geheimer Vatikanbrief: Papstschreiben zur Amazonas-Synode kommt bald

Schon in Kürze wird Papst Franziskus das nachsynodale Schreiben zur Amazonas-Synode veröffentlichen: Das geht aus einem vertraulichen Brief aus dem Vatikan hervor, der katholisch.de vorliegt. Darin steht auch, wie sich die Bischöfe darauf vorbereiten sollen.

Rom - 15.01.2020

Ende Januar oder Anfang Februar wird ein nachsynodales Schreiben von Papst Franziskus nach der Amazonas-Synode erscheinen. Der Text werde im Vatikan gerade noch redigiert und danach übersetzt, heißt es in einem vertraulichen Brief des Generalrelators der Amazonas-Synode, Kurienkardinal Cláudio Hummes, der katholisch.de vorliegt. Hummes schlägt den Bischöfen darin einige vorbereitende Schritte vor.

So hängt er etwa eine Liste mit vorbereitender Literatur an. Darunter ist das Abschlussdokument der Amazonas-Synode, ein Grußwort des Pontifex bei einem Treffen mit Indigenen im Januar 2018, Hummes einleitender Bericht der Amazonas-Synode und die Abschlussrede des Papstes sowie die Enzyklika "Laudato si" – hier besonders die Kapitel fünf und sechs, die sich mit "Leitlinien für Orientierung und Handlung" sowie der "ökologischen Erziehung und Spiritualität" auseinandersetzen.

Junge, Erfahrene und Indigene bei Pressekonferenzen

Weiterhin empfiehlt Hummes den Oberhirten, bei eigenen Pressekonferenzen, wenn es sinnvoll ist, Sprecher von Indigenen sowie erfahrene pastorale Mitarbeiter und junge Menschen mit einzubeziehen. Innerhalb der nächsten zehn Tage sollen die Bischöfe einen weiteren Brief mit Vorschlägen erhalten, das päpstliche Schreiben sollen sie vor der Veröffentlichung vertraulich vorab zugeschickt bekommen. Der Text trägt laut dem Brief den gleichen Titel wie das Abschlussdokument der Synode: "Amazonien – neue Wege für die Kirche und eine ganzheitliche Ökologie"

Die Amazonas-Synode fand vom 6. bis zum 27 Oktober 2019 im Vatikan statt. Themen waren unter anderem ökologische Probleme in der Amazonas-Region, indigene Traditionen sowie die die Situation der Seelsorge. In diesem Rahmen votierte die Synode dafür, in Ausnahmefällen in entlegenen Regionen verheiratete Priester zuzulassen. Diese Entscheidung stieß zum Teil auf Kritik. Zuletzt sorgte ein Buch für Aufmerksamkeit, in dem sich der emeritierte Papst Benedikt XVI. gegen eine Abschaffung des Zölibats für Priester stellte. (cph)