Woelki: Auch in Corona-Krise mit Flüchtlingen solidarisch sein
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Kölner Kardinal erinnert an kritische Situation in Flüchtlingslagern

Woelki: Auch in Corona-Krise mit Flüchtlingen solidarisch sein

Während der Corona-Krise hat die öffentliche Aufmerksamkeit für das Schicksal von Flüchtlingen deutlich abgenommen. Das kritisiert der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki und fordert eine größere Solidarität mit Migranten.

Köln - 29.03.2020

In der Corona-Krise mahnt der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki Solidarität auch mit Kriegsflüchtlingen in Syrien, der Türkei und Griechenland an. Deren Schicksal gerate in diesen Tagen in den Hintergrund, sagte der Erzbischof am Sonntag dem Kölner Domradio. Wenn in den Flüchtlingslagern an der griechischen Grenze Covid-19 ausbreche, "wird es keine Drive-in für Tests, keine Intensivmedizin und keine Desinfektionsmittel geben".

"Gleichzeitig stehen hier bei uns in Köln Zimmer und Wohnungen, die eigens für Flüchtlinge eingerichtet wurden, leer - während minderjährige und besonders schutzbedürftige Flüchtlingskinder und Jugendliche ohne ihre Eltern auf der Straße übernachten und leben müssen oder in völlig überfüllten Flüchtlingslagern auf der Strecke bleiben", sagte Woelki. Es gebe so viel Not auf der Welt, die nicht von Gott gewollt und von Menschen selber verursacht sei.

Weiter rief der Erzbischof dazu auf, während der Corona-Pandemie besonders Alten und Kranken und zu helfen. Sie seien berechtigterweise in großer Sorge. Familien, Freundeskreise und Nachbarn dürften trotz aller Ansteckungsgefahren gerade diese Menschen jetzt nicht alleine lassen. (rom/KNA)