Pfarrer öffnet Kirche für 40 Gläubige – Verfahren eingeleitet
Priester hat für Maßnahmen kein Verständnis

Pfarrer öffnet Kirche für 40 Gläubige – Verfahren eingeleitet

Gläubige beten in einer Kirche zusammen den Rosenkranz – was sonst normal ist, ist wegen der Corona-Pandemie gerade untersagt. Ein Pfarrer in Hannover öffnete trotzdem seine Kirche. Jetzt muss er mit Konsequenzen rechnen.

Hannover - 31.03.2020

Nachdem er ein gemeinsames Gebet von mehreren Dutzend Gläubigen ermöglicht hatte, wurde gegen einen Pfarrer in Hannover nun ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet. In der Kirche der polnischen katholischen Mission waren am Sonntagnachmittag 30 bis 40 Personen zusammengekommen, bestätigte die Polizei katholisch.de auf Anfrage. Als eine Streife das Gebäude kontrollierte, hätten die Menschen die Kirche gerade verlassen. Ihre Personalien seien nicht aufgenommen worden.

Laut Aussage des Pfarrers der Mission, Tadeusz Kluba, habe er die Kirche am Sonntag für zwei Stunden für das private Gebet geöffnet. Dabei sei spontan der Barmherzigkeits-Rosenkranz gebetet worden, erklärte er gegenüber der Wochenzeitung "Die Tagespost". Eine Messe oder ein Gottesdienst habe nicht stattgefunden.

Da das Öffnen der Kirche für eine Versammlung gegen die niedersächsische Verordnung zur Corona-Pandemie verstoßen habe, wurde gegen Kluba ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet. Das Ordnungsamt prüft nun, ob der Pfarrer tatsächlich ein gemeinsames Gebet ermöglicht hat. Der Priester kritisierte die wegen der Epidemie getroffenen Vorkehrungen in Niedersachsen. Es sei unverständlich, dass Supermärkte öffnen und Straßenbahnen fahren, Menschen in Kirchen aber nicht beten dürften. (cph)