Der emeritierte Papst Benedikt XVI. im Februar 2014
Emeritierter Papst habe Rücktritt nie bereut

Papstvertrauter Lombardi: So ist Benedikt XVI. wirklich

Pater Federico Lombardi war zehn Jahre lang Pressesprecher des Vatikan. Dabei arbeitete er intensiv mit Benedikt XVI. zusammen. Nun hat Lombardi verraten, was seinen einstigen Chef ausmacht und wie es ihm gesundheitlich geht.

Rom - 17.04.2020

Der ehemalige Vatikansprecher Federico Lombardi hat sich zum Gesundheitszustand des emeritierten Papstes Benedikt XVI. geäußert. Egehe Benedikt gut, seine "intellektuelle Brillanz" sei nicht beeinträchtigt, sagte Lombardi in einem am Donnerstag in der italienischen Zeitung "La Stampa" veröffentlichten Interview. Die "körperliche Gebrechlichkeit", die ihn zu seinem Rücktritt 2013 bewogen habe, nehme jedoch zu. Nach Einschätzung von Lombardi sei der Verzicht Benedikts verantwortungsvoll gewesen, da sich nun zeige, dass er "körperlich zu schwach ist, um Papst zu sein". 

Benedikt sei eine absolut integre Person und frei "von persönlichen Interessen, wie Berechnung, Außendarstellung, Macht und Karriere", antwortete Lombardi auf die Frage, wer der Papa emeritus "wirklich" sei. Zu seiner Wahl zum Papst 2005 habe demnach auch beigetragen, dass die Kardinäle sicher gewesen seien, dass Joseph Ratzinger "nicht Papst werden wollte". Außerdem seien seine "moralischen und intellektuellen Fähigkeiten" allgemein bekannt gewesen. Benedikt kennzeichne nach Ansicht von Lombardi vor allem eine "außergewöhnliche Synthese von Denken und Spiritualität". 

HTML-Elemente (z.B. Videos) sind ausgeblendet. Zum Einblenden der Elemente aktivieren Sie hier die entsprechenden Cookies.

Der emeritierte Papst habe seinen Rücktritt nie bereut, so Lombardi weiter. Der Grund für seine Abdankung sei zu suchen in einer "verantwortungsvollen Freiheit, die die eigenen Pflichten und Verantwortlichkeiten zu wahren weiß". Es sei eine Geste, "frei von Zwängen" gewesen. Gestern feierte Benedikt Geburtstag, er wurde 93 Jahre alt. Die Feierlichkeiten fielen aufgrund der aktuellen Corona-Krise jedoch deutlich kleiner aus als in den Vorjahren. 

Der italienische Jesuit Lombardi war von 2006 bis 2016 Leiter des vatikanischen Presseamtes und damit Pressesprecher der Päpste. Seit seinem Eintritt in den Ruhestand ist er Verwaltungsratsvorsitzender der Vatikan-Stiftung "Joseph Ratzinger – Benedikt XVI.". Er gilt als Vertrauter des emeritierten Papstes. (rom)