Bischof Gebhard Fürst
Freiwilliger Akt für Feier ohne Einhaltung von Abstandsregeln und ohne Maske

Bischof Fürst und Kandidaten vor Priesterweihe in Corona-Isolation

Eine Corona-Infektion soll ausgeschlossen, zugleich aber eine würdevolle Priesterweihe ohne Einhaltung von Abstandsregeln und Maske gefeiert werden: Deshalb begeben sich Bischof Gebhard Fürst und seine Weihekandidaten in eine freiwillige Isolation.

Rottenburg - 30.06.2020

Vor den in zwei Wochen geplanten Priesterweihen in der Diözese Rottenburg-Stuttgart hat sich Bischof Gebhard Fürst gemeinsam mit den acht künftigen Geistlichen in eine freiwillige Corona-Isolation zurückgezogen. So soll eine Covid-19-Infektion ausgeschlossen und die Feier ohne Einhaltung von Abstandsregeln und Maske möglich werden, teilte die Diözese am Dienstag mit.

Weihegottesdienst möglichst würdevoll feiern

Der Bischof und die Weihekandidaten hätten sich für diesen Schritt und gegen eine Verschiebung der Priesterweihe entschieden. "Wir möchten einerseits den Weihegottesdienst möglichst würdevoll feiern können und gleichzeitig das Signal nach außen geben, dass beim Infektionsschutz die geltenden Regeln für Gottesdienste eingehalten werden", sagte Fürst. Der Ritus der Priesterweihe verlange ein Maß an Nähe, das die Quarantäne für ihn und die acht Diakone erforderlich gemacht habe. Traditionell legt der Bischof bei der Weihe den angehenden Priestern die Hände auf den Kopf und salbt sie mit Chrisam-Öl. Zum Treueversprechen werden die Hände aufeinandergelegt. Ein Einhalten der Corona-bedingten Abstandsregeln sei dabei nicht möglich, so die Diözese.

Fürst und die Diakone bereiten sich den Angaben zufolge im Kloster Kellenried bei Weingarten auf die Priesterweihen vor. Am 11. Juli werden im Rottenburger Dom Jens Brückner, Roman Fröhlich, Max Hantke und Michael Sankowsky geweiht; am 12. Juli Manuel Hammer, Branimir Marevic, Martin Saur und Vitus Graf von Waldburg-Zeil. Die Gottesdienste werden jeweils ab 9.30 Uhr auf der Internetseite der Diözese www.drs.de live übertragen.

Am vergangenen Wochenende waren in den fünf bayerischen Bistümern insgesamt 13 Männer zu Priestern geweiht worden, darunter drei Ordensleute. Aufgrund der Corona-bedingten Sicherheitsvorkehrungen konnten nur geladene Gäste in beschränkter Zahl an den Weihegottesdiensten teilnehmen, die im Internet und regionalen Fernsehsendern übertragen wurden. In den fünf NRW-Bistümern sollen in diesem Jahr insgesamt zehn Männer zu Priestern geweiht werden. (tmg/KNA)